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Minister Seehofer eröffnete das neue Julius Kühn-Institut

"Unsere Forschung hat einen hohen Stand. Viele Länder wären froh, so gestellt zu sein. Aber machen Sie aus dem, was gut ist, noch etwas Besseres." Mit diesen Worten formulierte Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer vergangene Woche anlässlich des Festaktes zur Gründung des Julius Kühn-Institutes (JKI) seine Zukunftsvorstellungen von der gartenbaulichen und landwirtschaftlichen Forschung. Und er setzte noch einen drauf: Ziel sei, dass Deutschland bis 2015 die europäische Spitzenposition in der Pflanzenbiotechnologie und der Pflanzenzüchtung erreicht haben soll. Um dort hinzugelangen, war die grüne Forschungslandschaft in den vergangenen zwei Jahren neu strukturiert worden: Die Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA), die Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen (BAZ) sowie zwei Institute der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) wurden zum Julius Kühn-Institut, dem Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, zusammengeschlossen. Benannt ist die neue Einrichtung mit Hauptsitz in Quedlinburg nach dem Begründer des Landwirtschaftlichen Instituts in Halle/Saale und Schöpfer der modernen Phytopathologie, Julius Kühn. Die Schwerpunkte der Forschungsarbeit liegen auf den Gebieten der Pflanzengenetik, des Pflanzenbaus, der Pflanzenernährung, der Bodenkunde, des Pflanzenschutzes und der Pflanzengesundheit. Darüber hinaus nimmt es die ihm nach dem Pflanzenschutzgesetz, dem Gentechnikgesetz und dem Chemikaliengesetz zugewiesenen Aufgaben wahr. Präsident des neuen Institutes ist Professor Dr. Georg F. Backhaus, der zuvor der BBA vorstand und auf einen gartenbaulichen Hintergrund blickt. Dies "freut uns Gärtner selbstverständlich besonders", meinte der Präsident des Zentralverbandes Gartenbau, Heinz Herker. Herker verwies darauf, dass sich der Berufsstand immer gegen überzogene Streichungen in der Bundesforschung gewandt habe. Themen wie die Auswirkungen des Klimawandels, die Probleme globalisierter Warenströme, der Erhalt genetischer Ressourcen und die Weiterentwicklung der Züchtungsforschung oder generell die Übernahme von Aufgaben, die durch Einzelfirmen der Branche nicht leistbar sind, bedürften der Bearbeitung durch die Bundesforschung. So erwarte die Branche, dass am neuen Institut auch künftig über die Erhöhung der genetischen Variabilität, die Entwicklung von Selektionsmethoden, Biotests und auch Resistenzen geforscht werde.