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Nachgehakt: Drohnen in Landwirtschaft und Gartenbau

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Schwirren bald auch Drohnen durch die Gewächshäuser des Deutschen Gartenbaus? Martin Wähler jedenfalls könnte es recht sein, hat er doch mit zwei alten Freunden das Start-Up „Swarms“ in Paderborn gegründet, das genau auf jene Technologie setzt. Wir haben den Co-Gründer des jungen Unternehmens interviewt.

Das Gründerteam des Start-Up Swarms möchte Landwirten und Unternehmen aus dem Gartenbau mit Drohnentechnologie unter die Arme greifen. Foto: Swarms

Herr Wähler, wie kamen Sie auf die Idee, ein Start-Up zu gründen, das auf Drohnentechnologie setzt? Worauf genau fokussieren Sie sich?

Die Idee ein Start-Up zu gründen kam mir mit zwei alten Freunden aus meiner Heimatstadt. Beide studieren Informatik im Master an der Universität in Paderborn, an der es einen Lehrstuhl für Schwarmrobotik gibt. Wir sind alle schon länger begeistert von der Dynamik und dem Innovationsreichtum innerhalb der Start-Up Szene. Nachdem beide mir von den vielen Einsatzmöglichkeiten von Drohnen berichtete, pfeilten wir schon bald an unsere eigenen Idee, um die Drohnentechnologie aus der Wissenschaft herauszuholen und privaten oder geschäftlichen Nutzern und Nutzerinnen anzubieten.

Unser Fokus liegt hierbei auf Untersuchung und Analyse. Mit Sensoren ausgerüstete Drohnen können schnell und günstig große Flächen abfliegen und uns wertvolle Informationen über Pflanzen oder anderen Objekten liefern. Auch Wild- oder Sturmschäden, die oft noch geschätzt werden, können wir nun präzise aufnehmen. Insbesondere die Landwirtschaft eignet sich gut für die Anwendung von Drohnen als Analysewerkzeug. Denn hier kann eine Drohne ohne grössere Hindernisse frei fliegen und es gibt weniger rechtliche Einschränkungen.

Welche Daten kann ich für die Landwirtschaft / den Gartenbau unter freiem Himmel erheben? Können Drohnen beispielsweise auch den Stickstoffgehalt (Düngung, Nährstoffe) von Pflanzen messen?

Die einfachsten Daten, die erhoben werden können, kommen von herkömmlichen Fotos, die von einer Drohne aus der Luft aufgenommen werden können. Diese werden von uns jedoch nicht einzeln analysiert und an den Kunden weitergegeben. Unsere Software erlaubt es Bilder eines Feldes zu einer grossen Gesamtansicht zusammenzufügen, sodass man einen Einblick über ein ganzes Feld erhalten kann. Mit dieser Gesamtansicht, die von uns als Mosaik bezeichnet wird, können wir weitergehend arbeiten.

Aus dem Farbspektrum, welches aufgenommen wird, können wir einen Vergleichswert für den Chlorophyllgehalt in den Pflanzen ermitteln. Diese Methode wird Normalized Difference Vegetation Index (NDVI) genannt. Diese Messung ist dem Prinzip der Erhebung des Stickstoffsgehalt ähnlich. Des Weiteren können wir mit Wärmebild- und Infrarotkameras arbeiten, um zum einen Photovoltaikanlagen zu prüfen oder Rehkitze in Feldern zu orten und sie vor der Heuernte zu retten.

Ist es denkbar, künftig Drohnen auch in Gewächshäusern einzusetzen, etwa zur Bekämpfung/Analyse von Schädlingen?  

Der Trend in der Drohnentechnologie geht dahin, dass Drohnen immer kleiner werden und mit einer vielfältigeren Sensorik ausgerüstet werden. Schon neueste Drohnengenerationen können Hindernissen eigenständig ausweichen und autonom Analysen durchführen. So können in Zukunft wahrscheinlich auch in Gewächshäusern auf beengtem Raum Drohnen effizient eingesetzt werden.

Haben Sie selbst, also privat, eine Verbindung zu Landwirtschaft/Gartenbau?

Landwirte im Familien und Bekanntenkreis sind in einer landwirtschaftlich geprägten Heimat kaum zu vermeiden. So hatten wir anfangs einen leichten Zugang zu Feldern und Landwirten, wo wir unsere Idee reifen lassen und unserer Dienstleistung testen konnten.