TASPO GartenMarkt

Neue Handelsformen - Vom Gartenkiosk zum Gartenfreizeitcenter

Wie entwickelt sich der Gartenmarkt, wie kann sich der Fachhandel darin behaupten, mit welchen Sortimenten und Leistungen? Branchen- und Marketing Experte Ulrich Eggert von der gleichnamigen Consultingfirma (Köln) stellte seine Sicht der Zukunft in Ingelheim vor. Dort hatte unter dem Namen "Gardenvision" der Grillgerätehersteller Weber-Stephen zusammen mit Scheurich (Kleinheubach), Kettler (Ense-Parsit) und Lechuza (Geobra Brandstaetter, Zirndorf) ihre Kunden zur Neuheitenpräsentation und zum fachlichen Vortrag eingeladen.

Der Fachhandel muss vor allem anders sein, unterstrich Eggert. Er muss herausragen, persönlich sein, unterscheidbar sein. Er darf nicht wie eine McDonalds Filiale wie die andere ausehen. In der Regel ist der Gartenfachhandel ein Familienbetrieb, der neben der reinen Verkaufsfläche beispielsweise ein Café betreiben sollte. Er hat hochwertige und auch teure Ware im Sortiment, er muss auf Emotionen setzen und diese herausstellen. Er muss sich vor allem kontinuierlich fortentwickeln, aber nicht seine grundsätzliche Ausrichtung ständig wechseln, so Eggert.

Der Fachhandel sollte sich zunächst auf die Kunden einstellen, die in der Regel älter, aber solvent sind. Zu sechzig Prozent sind die Kunden Frauen, und häufig sind es Alleinstehende. Eine kleine besondere Gruppe, auf die der Fachhandel bisher überhaupt noch nicht eingegangen ist, stellte Eggert unter den Sammelbegriff Migranten, denen ein geeignetes, angepasstes Angebot unterbreitet werden sollte, beispielsweise beim Grillen, bei Vasen und Töpfen und auch den Gartenmöbeln.

Alle längerfristigen Konsumtrends zeigen, das immer mehr Geld für Dienstleistungen ausgegeben wird. Das bedeutet laut Eggert, bezahlte Dienstleistungen wie Pflanzenüberwinterung, Gartenarbeiten, Teiche anlegen, Terrassenbau gehören zum Fachhandel ebenso wie unbezahlte Serviceleistungen. Bei den Sortimenten sind vor allem die Einstiegsmarken-Geräte wichtig, dann die hochwertigen Marken-Geräte mit neuer Technologie. Die mittleren, B- und C-Marken verlieren weiterhin an Bedeutung. Wichtig ist auch eine stärkere Integration von Randsortimenten und neuen Produktgruppen beispielsweise Holz oder Bauelemente.

Neue Konzepte und Formate im Gartenmarkt sieht Eggert vor allem darin, dass die zusätzliche Internetpräsenz und Selbstdarstellung ein Muss für jeden Betrieb ist. Die Handelsformen können sich etwa zum kleineren hin entwickeln: beispielsweise als Gartenkiosk, oder als kleiner Luxusmarkt, der Design- und Life-Style-Produkte bedient, Spezialisten nur mit Wasser- oder Licht im Garten wären denkbar. Wichtig könnten Standorte mit dem richtigen Nachbarn sein, beispielsweise Möbelmärkte oder Baustoffmärkte. Und eine wichtige Entwicklung geht in Richtung Garten-Freizeit Center, das Gartenbedarf aller Art anbietet, dazu ein gemütliches Café oder Bistro, eine Lesestube, vielleicht einen Minigolfplatz, ein Teich mit Tretbooten oder eine Malschule.

Merkmale erfolgreicher Fachhandelsformate, die schneller wachsen als der durchschnittliche Markt nannte Eggert:

•Aus Sicht ihre Kunden verfügen sie über eine eindeutige Differenzierung, pflegen eine einfache, aber attraktive Botschaft, geben sich unkompliziert und sympathisch.

•Sie praktizieren ein starkes Marketing, sind klar kundengetrieben. Anhand der Bedürfnisse ihrer Kunden haben sie diese eindeutig identifiziert und sprechen sie gezielt an.

•Sie nutzen alle Wege zum Kunden und bieten ein klares überschaubares Angebot.

•Sie verkaufen nicht Waren, sondern Themen und Problemlösungen mit Dienstleistung, Service, Beratung, Information und dem Service nach dem Kauf.

•Sie setzen auf Trends, sind schnell und erzielen dabei hohe Lagerdrehzahlen.

•Sie verfügen über das richtige Preis-Leistungsverhältnis, haben eine einfache Organisation kooperieren vielfältig, sind vielseitig vernetzt.