TASPO GartenMarkt

Neue Ökowelle als Verkaufsstrategie?

Die Mehrheit der im Auftrag der TASPO von der BBE in Köln befragten 100 Gartencenter und Blumenfachgeschäfte versucht sich nicht als Grünexperte beim Klimawandel darzustellen und den Kunden dem entsprechende Angebote zu unterbreiten, war das Ergebnis der aktuellen TASPO/BBE-Umfrage vom März 2008. Insgesamt 64 Prozent gaben an, deswegen keine speziellen Aktionen durchzuführen. Weitere 17 Prozent setzten aber auf Instore Marketing am Point of Sale, 13 Prozent auf Printmedien. Allgemein waren die Gartencenter etwas mehr an dieser Marketing-Strategie interessiert als die Blumenfachgeschäfte. Einige Umfrageteilnehmer machen die Kunden allerdings auch auf ihren ökologischen Einsatz aufmerksam. Dies geschah durch Beilagen, Flyer, Seminare und Kurse für Kunden, Angebot von ökologischer und fair gehandelter Ware, dem Einbinden des Themas ins Kundengespräch, Prospekte, die Verwendung von Ökostrom und alternativer Energie, einem Tag der offenen Tür mit einem Pflanzenschutzberater, der Thematisierung auf einem Frühlingsfest und der Spende des Erlöses von Einkaufstüten an den Umweltschutz. Weitere Möglichkeiten waren außerdem: die Nutzung umweltverträglicher Verpackungen, die Integration des Themas ins Firmenlogo, Radio-Werbung, Produkthinweise auf umweltgerechten Pflanzenschutz und Aufkleber zu fair gehandelten Blumen aus Afrika. Ein Umfrageteilnehmer bot seinen Kunden die Möglichkeit, Bodenproben im Geschäft untersuchen zu lassen. 38 Prozent der befragten Blumenfachgeschäfte führen bereits Flower Label Blumen, bei den Gartencentern sind es nur zwölf Prozent. Diese planen zu 80 Prozent auch nicht, Flower Label Blumen in ihr Sortiment aufzunehmen, 52 Prozent der Blumenfachgeschäfte schließen dies ebenfalls aus. Im Westen gibt es immerhin zehn Prozent mehr Flower Label führende Geschäfte als im Osten. 36 Prozent aller Befragten klagten außerdem darüber, dass ihnen für Flower Label Produkte die Angebote fehlen würden. Bei den Bio-Kräutern sieht es da schon besser aus: stolze 68 Prozent der Gartencenter führen diese bereits, nur 28 Prozent wollen nicht in dieses Geschäft einsteigen. Bei den Blumenfachgeschäften ist es fast umgekehrt. 35 Prozent führen Bio-Kräuter, 52 Prozent interessieren sich offenbar nicht für diese Sortimentserweiterung. Betrachtet man das sonstige Sortiment der Blumenfachgeschäfte ist dies aber auch nicht weiter verwunderlich. Hier fehlten 23 Prozent aller Befragten außerdem passende Angebote. Laut Umfrage führen 70 Prozent der Befragten weder Bio-Gemüse, noch planen sie dieses zukünftig zu tun. Offenbar überlässt man diese Warengruppe lieber dem Lebensmitteleinzelhandel. Interessant ist jedoch, dass Bio-Gemüse bei immerhin 26 Prozent der Gartencenter und Blumenfachgeschäfte im Westen im Sortiment sind. Im Osten sind es lediglich acht Prozent. Allgemein tendieren Gartencenter deutlich eher zu diesem etwas ungewöhnlichen Posten, 18 Prozent aller Befragten klagen auch hier über Angebotsmangel. Ein weiteres Umfrageergebnis war, dass 54 Prozent der Blumenfachgeschäfte und 42 Prozent der Gartencenter bereit wären ihr Sortiment um Bio-Produkte zu ergänzen, wenn diese verfügbar wären. 34 Prozent der Gartencenter und 27 Prozent der Blumenfachgeschäfte lehnen dieses jedoch auch ab.