TASPO GartenMarkt

Neue Phalaenopsis: grünlich, dicklippig und duftend

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Der Großteil Phalaenopsis auf dem europäischen Markt kommt aus den Niederlanden: Nur etwa fünf Prozent der jährlich rund 160 Millionen Schmetterlingsorchideen werden in Deutschland zur Blüte gebracht. Zu den traditionsreichen Namen der Branche zählt seit 60 Jahren Bremkens Orchids in Geldern am Niederrhein.

Senior-Chef Matthias Bremkens hat den Betrieb bereits an seine Kinder übergeben. Foto: Bremkens Orchids

Die Gärtnerei verkauft nicht nur blühende Pflanzen an den Handel, sondern züchtet und produziert auch Jungpflanzen. Blühende Bremkens Orchideen werden über Landgard vermarktet. Gefragt im Fachhandel sind Blüten in Weiß und Lila, die 60 Prozent der verkauften Menge ausmachen.

Limettengrüne Blüten neu im Orchideen-Sortiment

Die übrigen Farben – von Gelb über gestreift und gepunktet bis hin zu zweifarbigen mit roter Lippe – machen die restliche Summe aus. Neu im Sortiment und bereits in kleiner Stückzahl auf dem Markt sind limettengrüne Blüten. Diese trendige Neuheit wurde bei Bremkens aus gelbblühenden Sorten gezüchtet, mit denen sich die Verbraucher eher schwer tun.

Noch einige Jahre Züchtungsarbeit müssen vergehen, bis es Blüten in reinem Hellgrün gibt. „Leider mussten wir uns von der Idee blattgrüner Blüten verabschieden, denn diese Farbpigmente sind leider nicht vorhanden“, sagt Bremkens.

Blau kommt hingegen in der Natur vor. Doch mindestens 15 Jahre wird es nach Aussage des Züchters noch dauern, bis Phalaenopsis mit natürlich blauen Blüten in den Handel kommen. Denn Wildformen sind klein und haben nur drei bis vier Blüten, die nicht lange halten. Züchter kreuzen sie deshalb mit robusteren, großblütigen Sorten.

Erste Duft-Sorten in den nächsten Jahren im Handel

Bei Bremkens arbeiten zwei Züchter ständig an neuen Variationen. Zurzeit werden Pflanzen mit duftenden Blüten selektiert. Nur etwa eine von 1.000 Neuzüchtungen bringt diese vor langer Zeit verloren gegangene Eigenschaft wieder hervor. „In den nächsten Jahren werden die ersten Duft-Sorten in den Handel kommen“, freut sich Bremkens, der Vorsitzender des Bundesverbandes Zierpflanzen und des Verbandes deutscher Orchideen-Betriebe ist.

Ausschau halten sollen Fachhändler jetzt schon nach den neuen „big lip“-Sorten, bei denen taiwanesische Züchter in 30 Jahren Arbeit die Lippe auf die Größe und Farbe der Blütenblätter gezüchtet haben. Zusätzlich zu weißen Orchideen mit gelben, roten oder gestreiften Lippen gibt es jetzt auch weiße Lippen.

Das verhilft der Blüte zu einem neuen Erscheinungsbild, welches mit etwas Glück und der entsprechenden Vermarktung im Handel bei Orchideenfreunden für neuen Kaufanreiz sorgt. „Für uns Züchter ist das ein Höhepunkt, den wir vielleicht alle 15 Jahre mal haben.“

Zahlen und Fakten zu Bremkens Orchids

1955 als Gemüsebaubetrieb gegründet, begann Johannes Bremkens 1967 mit dem Anbau von Schnitt-Phalaenopsis und -Cymbidien unter 7.500 Quadratmetern Hochglas. 1977 kamen die ersten Topf-Phalaenopsis in kleinen Stückzahlen hinzu. 1992 übernahmen Matthias und Maria Bremkens den Betrieb. Mit neuen Ideen stieg Sohn Christian 2007 in den Betrieb ein und übernahm im Juli 2016 das Unternehmen als Leiter mit mittlerweile 30.000 Quadratmetern Produktionsfläche unter Glas und 100 Mitarbeitern.

Zu Beginn der 90er-Jahre produzierte das Unternehmen 100.000 blühende Pflanzen im Jahr, was fünf Prozent der europäischen Gesamtmenge ausmachte. Heute verkauft der Familienbetrieb jährlich acht Millionen Jungpflanzen, wiederum rund fünf Prozent der europäischen Gesamtmenge.

Das komplette Bremkens-Porträt lesen Sie im aktuellen TASPO GartenMarkt, der am 10. Februar 2017 erschienen ist.