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Neue Richtlinie zu Energieeffizienz: ZVG sieht keine Erleichterungen

Der Zentralverband Gartenbau (ZVG) zeigt sich enttäuscht, dass die Umsetzbarkeit des Bundesprogramms zur Steigerung der Energieeffizienz in Landwirtschaft und Gartenbau weiterhin schwierig sein wird. Die Neufassung der Richtlinie trat am 24. Februar in Kraft.

Nach Inkrafttreten der ursprünglichen Richtlinie im September 2009 wurde schnell offensichtlich, dass sie in wesentlichen Punkten nicht die Gegebenheiten des Gartenbaus berücksichtigt, so der ZVG. Die enttäuschend geringe Zahl an Anträgen nach Start des Programms habe seine mangelnde Umsetzbarkeit belegt.

Zwei wesentliche Änderungen gegenüber der alten Richtlinie liegen in folgenden Punkten:

Im Fall des Gewächshausneubaus ist nun unabhängig von der gewählten Energieeinsparstufe eine Flächenausweitung förderfähig. Erkauft wurde dies mit der Notwendigkeit, mindestens 35 Prozent Energieeinsparung zu realisieren (vorher 30 Prozent).

Im Fall des Gewächshausneubaus wurden die Vorgaben bezüglich der zugelassenen Energieträger vereinheitlicht. Der Neubau muss nun jedoch bei beiden Energieeinsparstufen zu mindestens 80 Prozent (vorher 70 Prozent) mit erneuerbaren Energien, Abwärme oder Wärme aus Kraft-Wärme-Kopplung beheizt werden, 20 Prozent der Heizenergie können andere Energieträger sicherstellen.

Der ZVG hat sich vehement für Anpassungen eingesetzt. Es sei durch die Neugestaltung der Richtlinie jedoch nicht gelungen, wesentliche Hürden innerhalb des Programms zu beseitigen. Zum Teil habe die Neugestaltung die Anforderungen sogar verschärft, so der ZVG. So bestehe beispielsweise die Vorgabe der öffentlichen Ausschreibung nach der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) ab einer Fördersumme über 100.000 Euro weiterhin.

Dass mit der neuen Richtlinie keine wesentlichen Verbesserungen erreicht wurden, ist nach Auffassung des ZVG auch der nur minimalen Einbindung des Berufsstandes in die Beratungen einer Neufassung der Richtlinie geschuldet.

Eine weitreichende Verschärfung des Standards durch Festschreibung der Doppelschaligkeit konnte auf Betreiben des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) verhindert werden. Hier sind lediglich Anpassungen in der Bewertung des Klimacomputers erfolgt.

Das Projekt „Effizienter Energieeinsatz im Gartenbau“ mit dem Energieportal (www.energieportal-hortigate.de) wurde im Jahr 2008 als fachliche Begleitung zum Bundesprogramm eingeführt. Die geringe Inanspruchnahme des Bundesprogramms hat zur Folge, dass die Branche bislang nicht im vollen Umfang von diesem Projekt profitieren konnte. Deshalb will der ZVG eine Verlängerung über die bisherige Laufzeit hinaus beantragen.

Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) ist wie bisher für die Bearbeitung des Bundesprogramms zuständig. Interessierte Betriebe wenden sich an Thomas Hölscher (Tel.: 0228– 6845–3425, E-Mail: energieeffizienz(at) ble.de) oder an die auf der Internetseite der BLE (www.ble.de) aufgeführten Berater.

Genaueres zu den Hintergründen und Einschätzungen finden Sie hier