Neue Statistik: 2019 Rekordwaldschäden durch Insekten

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Die deutschen Wälder sind laut neuen Erhebungen in einem schlechten Zustand und zeigen zum Teil deutliche Schäden. Foto: Hans Braxmeier/Pixabay

Allein wegen Insektenschäden mussten im vergangenen Jahr 31,7 Millionen Kubikmeter Holz in deutschen Wäldern eingeschlagen werden, wie aus einer neuen Erhebung des Statistischen Bundesamts hervorgeht. Damit überholen Insektenschäden sogar die durch den Orkan Kyrill verursachte Verwüstung in 2007.

2019 insgesamt 46,2 Millionen Kubikmeter Waldschäden

Damals mussten im gesamten Jahr wegen Sturm- und Windschäden 31,3 Millionen Kubikmeter Holz gefällt werden. Insektenschäden lagen da noch bei nur 2,5 Millionen Kubikmetern. 2007 war bis zum vergangenen Jahr auch generell das Rekordjahr, was Waldschäden angeht. Insgesamt 34,9 Millionen Kubikmeter Schäden gab es 2007, vergangenes Jahr waren es schon 46,2 Millionen (2018: 31,9 Millionen). Zu den 31,7 Millionen Kubikmetern durch Insekten kamen 2019 noch 6,6 Millionen durch Wind und Sturm sowie 8,0 Millionen durch sonstige Schäden.

Lange Trocken- und Hitzeperioden verantwortlich für massive Insektenschäden

Den Grund für die massiven Schäden durch Insekten sieht das Statistische Bundesamt in den langen Trockenheits- und Hitzeperioden der vergangenen Jahre. Schädlinge, wie etwa der Borkenkäfer, hätten sich so in bereits durch Hitze geschädigten Bäumen besonders schnell vermehren und eine Population aufbauen können, die gefährlich für den Waldbestand werden kann.

Auch insgesamt sei der Holzeinschlag in den vergangen zwei Jahren gestiegen: Während in normalen Jahren der Holzeinschlag deutschlandweit um 54 Millionen Kubikmeter pendelt, ist er durch die starken Waldschäden 2018 und 2019 erst auf 64,6 und dann auf 68,2 Millionen Kubikmeter angestiegen. 83 Prozent davon entfielen im vergangenen Jahr auf Nadelgehölze – dreiviertel von diesen (43 Millionen Kubikmeter) mussten aufgrund von Schäden gefällt werden.

Deutsche Wälder generell in schlechtem Zustand

Laut der Waldzustandserhebung 2019 des Bundeslandwirtschaftsministeriums sind die deutschen Wälder generell in einem schlechten Zustand: Nur 22 Prozent aller Bäume zeigten demnach keine Trockenschäden wie etwa Kronenverlichtungen, über ein Drittel hingegen zeigte deutliche Schäden. Betrachtet man die Entwicklung der Insektenschäden, wird schnell deutlich, wie sehr diese durch Hitze prosperieren: Von 2017 zu 2018 haben sich diese fast verdoppelt, von 2018 zu 2019 dann nochmals fast verdreifacht.

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