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Neue Studienergebnisse zum Torf- und Humustag vorgelegt

Zum 47. Deutschen Torf- und Humustag des Industrieverbands Garten (IVG) am 18. Oktober in Bad Zwischenahn boten aktuelle Studienergebnisse für die rund 220 Teilnehmer neue Ansichten der Torf- und Erdenindustrie. 

Diskussionen über Umweltauswirkungen sind seit jeher mit dieser Industrie verbunden, doch gewinnen diese durch aktuelle Themen wie Nachhaltigkeit und Ökobilanzen eine neue Dynamik, so der IVG. Dem sei der 47. Deutsche Torf- und Humustag gerecht geworden. Er bot eine Palette an Vorträgen durch  Experten.  

Die  Ökobilanz, deren Ergebnisse durch Laura Peano vom schweizerischen Forschungsinstitut Quantis vorgestellt wurden, führte zu dem Ergebnis, dass die Auswirkungen aller derzeit eingesetzten Rohstoffe bei Produktion und Einsatz im Hinblick auf die CO2-Freisetzung, Ressourcenverbrauch und weitere Einflüsse, zum Beispiel auf die menschliche Gesundheit, durchaus vergleichbar sind. Es sei ebenso unzureichend wie wenig hilfreich, sich ökobilanziell nur mit dem Rohstoff Torf alleine auseinanderzusetzen.

Roelof Buismann, Vorsitzender des niederländischen Branchenverbandes der Substratindustrie, plädierte für eine Zertifizierung der im Sinne der Nachhaltigkeit gewonnenen Rohstoffe. Dabei stellte er die ersten Ansätze für ein Produkt-Label eines „responsibly produced peat“ aufgrund eines Zertifizierungssystems vor, das derzeit von einer Arbeitsgruppe aus Industrie, Gartenbau und Naturschutzverbänden in den Niederlanden entwickelt wird.

In den Niederlanden lasse die Regierung keinen Zweifel daran, dass verlässliche Kultursubstrate für die Wirtschaft einen erheblichen Faktor darstellen, da der Gartenbau an der Landwirtschaft einen Anteil von 40 Prozent hat. Nach dem Ausflug in die Niederlande warf Bernd Hofer, Hofer und Pautz, einen Blick auf die Torfsituation im Baltikum.

Laut seiner Studie reichen die dort in russischer Zeit erschlossenen Abbauflächen noch für Jahrzehnte aus, wenn auch die Nachfrage nach Weißtorf steigen und die Erschließung neuer Flächen fordern wird. Diese vom IVG in Auftrag gegebene Studie zeigte auch, dass im Baltikum der Torf zur Herstellung von Humusprodukten gewonnen wird, der früher als Brennstoff verwendet wurde.

Demnach werde auf bestehenden, entwässerten Torflagerstätten geerntet und anders als früher dort auch anschließend renaturiert. Branchenkenner Eckhard Schmatzler holte die Zuhörer wieder zurück nach Deutschland, wo der Torfabbau in Niedersachsen seit Jahren kontinuierlich zurückgeht, so dass künftig mehr Rohstoffimporte sowie der Einsatz von alternativen Ausgangstoffen wie Torfmoos zu erwarten sind.  

Johannes Welsch, Geschäftsführer des Industrieverbandes Garten, verwies darauf, dass der IVG sich klar dafür einsetzt, auch in Deutschland zukünftig neue Torfgewinnung zu ermöglichen. Torfmoos stellte sich als Spezialgebiet von Silke Kumar, Moorkultur Ramsloh, heraus, die in ihrem Vortrag zahlreiche Beispiele aus Kanada und Finnland zeigte, wie Torfmoos im Gartenbau angebaut und als Ersatz für Weißtorf genutzt werden kann.

Sie erläuterte, dass man hier zwar noch am Anfang stehe, aber an eine wirtschaftliche Bedeutung glaube. Zuletzt gab es Anregungen für die Praxis von Norbert Kruse, Nordfolien, in Sachen Folienverpackungen sowie von Gerrit Kappernagel, Klasmann-Deilmann, zum Thema Ladungssicherheit


Mehr zum Deutschen Torf- und Humustag in einer der nächsten TASPO-Ausgaben.