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Neues Gartenkultur-Museum

Am 22. Februar 2013 wurde in Illertissen nahe Ulm ein neues Museum der Gartenkultur eröffnet. Es geht auf die Initiative von Staudengärtner Dieter Gaißmayer zurück. Die neue Anlage in Illertissen ist in Deutschland das erste Museum, wo ausschließlich Gartengeräte und sonstige gärtnerische Einrichtungen aus dem 19. und 20. Jahrhundert vorgestellt werden. Durch einen reichen Stiftungsfundus mit zurzeit rund 7.000 Objekten ist es eine der größten Sammlungen dieser Art in Europa.

Die Geschichte dieses Museums begann mit der Gründung der Stiftung Gartenkultur 2010 durch den Inhaber der Staudengärtnerei Dieter Gaißmayer (Illertissen), ferner dem stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Reinhard P. Hemmer und dem heutigen Kurator des Museums, Wolfgang E. Hundbiss.

Schon damals kam die Idee auf, ein Museum zu gründen, um Objekte aus früheren Zeiten der Gartenkultur nachfolgenden Generationen zu erhalten. Schon im Folgejahr wurde ein entstandenes Museumsprojekt im Illertisser Stadtrat vorgestellt, das Konzept weiter entwickelt sowie ein geeignetes städtisches Gelände direkt neben der Staudengärtnerei Gaißmayer gefunden. Im Jahr 2011 konnte mit der Planung für den Neubau eines Museums begonnen werden. Der Auftrag für die Planung und den Bau ging an die Gewächshausbaufirma Rabensteiner.

So entstand eine gewächshausähnliche überdachte Fläche von knapp 1.000 Quadratmetern, umgeben von 1,5 Hektar Freilandfläche. Sie wird ebenfalls in das Museumsprojekt einbezogen.

Die überdachte Museumsfläche wurde aufgeteilt in drei Bereiche:

  • den eigentlichen Museumsbereich mit einer Größe von 400 Quadratmetern;
  • das Foyer mit ungefähr 200 Quadratmetern (einschließlich Museumsladen, Kasse, Café, Garderobe);
  • Bibliothek und Schulungsraum mit einer Fläche von 150 Quadratmetern.

Die Kosten von rund 900.000 Euro wurden aus privater Förderung, Spenden, einem Darlehen sowie öffentlichen Fördermitteln finanziert.

In dem Museum sind nun viele früher übliche und bei der Gartenarbeit eingesetzte Objekte zu sehen. Zumeist handelt es sich um einfache Werkzeuge für Aussaat, Gießen, Schneiden oder Setzen, beispielsweise Rillenzieher, Jätekrallen, Krümelrechen, Spaten, Samenstreuer, Gießkannen.
Ab dem Frühjahr werden in den Außenanlagen einige Beispiele früherer Kultur alter vergessener Nutz- und Zierpflanzen zu sehen sein. In einem „Sortenarsenal“ werden diese Pflanzenschätze erhalten, kultiviert und das Saatgut selbst vermehrt. Außerdem sollen ein Rosengarten sowie ein deutschlandweit einzigartiges „Formobst-Kabinett“ angelegt werden.

Zusammen mit der Staudengärtnerei Gaißmayer wurde ein gemeinsamer Veranstaltungskalender ausgearbeitet. Bis Ende Oktober 2013 stehen zahlreiche Vorträge über Themen aus Gartenbau und Floristik an. Experten aus vielen Bereichen konnten gewonnen werden, die ihre Themen meistens an Wochenenden, aber auch an anderen Tagen der Woche vorstellen. Ferner ist es möglich, nicht nur das Museum, sondern ebenso die angrenzende Gärtnerei Gaißmayer zu besichtigen.

Beispiele aus dem Programm für das Jahr 2013:

  • Faszination Baum (25. April und 3. Oktober),
  • Der Duft des Sommers (29./30. Juni),
  • Illertisser Gartenlust (7./8. September),
  • Gras & Krempel (5. Oktober),
  • Der nutzbare Garten, die essbare Stadt (20. November).

Das Museum selbst ist von Montag bis Samstag jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Auch Gruppenführungen mit maximal 25 Personen sind möglich. (gug)