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Obst & Gemüse: Wie lief die Nasch-Saison 2018?

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Die erste Jahreshälfte ist vorbei und damit das Hauptgeschäft bei Genusspflanzen abgeschlossen. Wir haben nachgefragt, wie der Großhandel den bisherigen Saisonverlauf für Kräuter, Nasch-Obst und -Gemüse rückblickend einschätzt und was für den Herbst noch an Planungen läuft.

Bei Snack-Gemüse waren besonders Tomaten und Chili in diesem Jahr sehr gefragt, beobachtete Landgard. Foto: Landgard

Welche Produkte waren bei Kräutern und Nasch-Obst/Nasch-Gemüse in dieser Saison beliebt?

Dirk Bader, Generalbevollmächtigter Blumen & Pflanzen der Landgard eG: Topseller, besonders im Fachhandel, ist ein echter Klassiker, nämlich die Produktgruppe „italienische Kräuter“, die bei uns vor allem unter unserer erfolgreichen Eigenmarke „Eataliano“ vermarktet wird.

Auch namhafte Kunden aus dem Lebensmitteleinzelhandel haben das Produkt für sich entdeckt, entwickeln es gemeinsam mit uns weiter und bauen es aus. Durch unsere großen eigenen Mitgliedsbetriebe in Italien können wir für sie eine ganzjährige vollumfängliche Warenversorgung mit beliebten Küchenklassikern wie Thymian, Rosmarin, Oregano & Co. sicherstellen.

Bei Snack-Gemüse und Nasch-Obst waren besonders Tomaten und Chili in diesem Jahr sehr beliebt. Neben den beliebten Klassikern kommen auch immer wieder neue Artikel wie Mini-Beerensträucher, Snack-Erdbeeren oder Südgemüse für den heimischen Balkon auf den Markt. Eine wachsende Bedeutung können wir beispielsweise auch für Paprika und Beerenobst feststellen.

Martin Engler, Geschäftsführer Euregionales Pflanzen Servicecenter, EPS GmbH: Durch die Bank weg wächst das Thema „selber ernten“ in den vergangenen Jahren stetig. Renner sind nach wie vor Tomaten und Gurken. Aber in der Breite des Sortiments gibt es kaum „Verlierer“.

Sehr gut läuft Nasch-Gemüse mit sichtbaren Früchten bereits am POS. Da sind die Wachstumszahlen bei uns noch einmal höher als beim restlichen Sortiment. Bio ist weiterhin stark nachgefragt im Gemüse- und Kräuterbereich. Genauso wie veredeltes Gemüse von Kiepenkerl/Volmary. Nasch-Obst liegt mengenmäßig zwar noch zurück, wächst aber durch eine starke Bio-Produktion.

Gab es bei bestimmten Produkten in dieser Saison Engpässe?

Dirk Bader: In unserer Branche sind wir naturgemäß stark von äußeren Faktoren abhängig, sowohl bei der Nachfrage als auch bei der Produktion. Darum setzen wir einerseits auf die regionale Produktion und Vermarktung der Produkte unserer Mitgliedsbetriebe. Andererseits gewinnt die internationale Ausrichtung mit Blick auf einen ganzjährigen Warenbezug aus erster Hand zunehmend an Bedeutung.

Denn wenn zum Beispiel wie in diesem Jahr in Deutschland ein bestimmter Artikel aus Witterungsgründen erst ab KW 15 lieferbar ist, können wir unseren Kunden dieses Produkt aus Italien oder Spanien eventuell schon ab KW 8 anbieten. Mit dieser Strategie garantieren wir unseren Kunden eine kontinuierliche Warenversorgung. Darüber hinaus gehen wir zunehmend gemeinsam mit Kunden und Erzeugern in eine strategische Produktionsplanung.

Doch trotz all dieser Maßnahmen werden wir wohl in Extremsituationen, wie dem ungünstigen Wetterverlauf in diesem Jahr, vereinzelte Engpässe zu bestimmten Zeitpunkten niemals völlig vermeiden können.

Martin Engler: Mengen sind generell im Bereich der Gemüsejungpflanzen knapp gewesen. Hierzu muss man erwähnen, dass starker Hagel den Ausgangsbetrieb stark beschädigt hat und dementsprechend ein Loch auf der Angebotsseite entstand. Ansonsten gibt es immer mal wieder einzelne Produkte, die nicht verfügbar sind. Dies wird aber durch die Breite unseres Sortiments gut kompensiert.

Die komplette Umfrage zur aktuellen Nasch-Saison ist im TASPO extra Genusspflanzen in der TASPO 29/2018 erschienen.