TASPO GartenMarkt

Obst und Gemüse im Gartencenter: Ein Tabu wird zum Trend

„Süße Früchtchen und junges Gemüse“ – so wirbt das Gartencenter Löwer in Hanau für sein Obst- und Gemüseangebot. Vor einigen Jahren war der Obst- und Gemüseverkauf in Einzelhandelsgärtnereien und Gartencentern ein absolutes Tabu, und Einzelhandelsgärtnereien trennten sich von dieser Produktgruppe. Jetzt hat sich die Situation jedoch grundlegend verändert.

Der Lebensmitteleinzelhandel und vor allem Discounter dominieren zwar nach wie vor das Angebot, aber Kunden werden anspruchsvoller, legen mehr Wert auf Regionalität sowie absolute Frische und suchen den persönlichen Kontakt beim Obst- und Gemüseeinkauf. Nicht umsonst erleben Wochenmärkte eine Renaissance und der Direktabsatz an gut frequentierten Plätzen hat an Bedeutung gewonnen.

Ein gutes, frisches Obst- und Gemüseangebot kann durchaus ein zusätzlicher Frequenzbringer sein und in den Monaten Dezember, Januar und Februar Kunden in die Gartencenter bringen, die keine Schnittblumen führen. Zudem kann mit einem saisonalen Angebot etwa von Spargel, Erdbeeren oder Kirschen das Saisongeschäft mit Pflanzen und Zubehör im Gartencenter belebt werden. Mit einem guten Obst- und Gemüseangebot werden qualitäts- und gesundheitsbewusste Käuferschichten mit tendenziell höherer Kaufkraft angesprochen. Zudem unterstreicht es das Frische-Image des ganzen Gartencenters.

Das Wettbewerbsumfeld darf nicht unberücksichtigt bleiben. Lebensmittelmärkte wie Edeka oder Rewe legen zunehmend Wert auf eine gepflegte Obst- und Gemüseabteilung. Hier gilt es abzuwägen, ob sich ein Gartencenter dem Wettbewerb mit eigenem Profil stellt oder auf diese Produktgruppe verzichtet.

Lesen Sie mehr über das Thema Obst und Gemüse in Gartencentern und welche wirtschaftlichen und baulichen Voraussetzungen erfüllt sein müssen in der aktuellen TASPO Ausgabe 47/2013. (kst/ts)