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Ölpreis auf neuem Rekordhoch

Der Ölpreis auf neuem Rekordhoch: Am Montag dieser Woche kletterte der Rohölpreis auf 140 Dollar pro Fass. Und bald soll der Gaspreis um 40 Prozent steigen. Schätzungsweise heizen bundesdeutsche Gärtner zu 70 bis 80 Prozent mit einem dieser beiden Energieträger, heißt es. Ein Teil stellte auf Kohle um, einige haben die Voraussetzungen, Biogas, Hackschnitzel oder Pellets zu nutzen. Die Frage, wie entwickeln sich die Energiepreise, und wann lohnt sich ein Umstellen und vor allem: Auf was kann überhaupt umgestellt werden, drängt jetzt wegen der explosionsartig angestiegenen Energiepreise. Peter Heise, Technikberater aus Ludwigsburg, schätzt, dass sich der Heizölpreis seit 1999, nach Einführung der Ökosteuer, verfünffacht hat. Dabei schwankt der Preis täglich bis stündlich. Fiel er vor kurzem auf 73 Cent pro Liter, kletterte er jetzt wieder auf 77 Cent pro Liter. Die letzten Monate ging es nur bergauf. Die Empfehlung lautet sicher nicht, sagt Heise, mit dem Einkauf noch zu warten, sondern je nach Lagerkapazität sollte man vielleicht nicht bis oben hin volltanken, aber für eine gewisse Reichweite vorsorgen. Man könne nicht voraussehen, wie der Ölpreis im Winter oder Herbst sein wird. "Es ist alles drin. Heizöleinkauf ist fast zum Glücksspiel geworden." Lassen sich die höheren Heizkostenpreise weitergeben? Das beurteilt der Technikberater eher skeptisch: "Die Preise für die Produkte haben die Gärtner nicht in der Hand, sie orientieren sich am Markt. Gerade die Zierpflanzenprodukte zählen eher zu den Luxusgütern und sind daher voll dem Marktgeschehen ausgesetzt." Die niederländischen Gärtner sind aufgrund der besonderen Gasverträge weniger den explodierenden Energiekosten ausgesetzt, obwohl die Gaspreise auch dort nach oben geklettert sind. Heise gibt folgende Empfehlungen: "Wichtig ist für die Betriebe: Es muss möglichst rationell produziert werden. Wo Häuser geheizt werden, muss sehr viel auf der Fläche stehen, auch wertmäßig, damit sich das Heizen rechnet." Oft sei eine Reaktion, im Winter gar nicht zu heizen, stillzulegen oder auf Kulturen auszuweichen mit geringen Wärmeansprüchen. Dies kann eine Möglichkeit sein, meint der Technikberater, aber wichtig sei, dass die Produktion stimme und zu guten Preisen abgesetzt werden kann, unterstreicht er. Das belegt ein Betriebsvergleich anhand der Kennzahlen eindrucksvoll: "Hinsichtlich der Energieeffizienz sieht man, dass der Heizöleinsatz bei guten und schlechten Betrieben annähernd gleich ist", so Heise, "aber die Erträge aus der eigenen Produktion sind bei den guten Betrieben des ersten Drittels deutlich besser als bei den Zierpflanzenbetrieben aus dem letzten Drittel."