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Ostergeschäft 2012 in Deutschland lief gut bis sehr gut

Das Ostergeschäft 2012 hat die Erwartungen erfüllt und in Teilen sogar deutlich übertroffen, etwa durch ausverkaufte Waren, melden die Mitglieder der Vereinigung Deutscher Blumengroßmärkte. Erstmals gab es ein Verkaufsverbot am Karfreitag im Blumengroßmarkt Franfurt.

Die Großmärkte vermelden ein positives Ostergeschäft 2012. Foto: Blumengroßmarkt Hamburg

„In allen Bereichen wurden hervorragende Umsätze erzielt, bei uns in Köln konnten wir ein sattes zweistelliges Plus gegenüber dem Vorjahr verzeichnen“, resümiert Raimund Korbmacher, Geschäftsführer des Blumengroßmarktes in Köln und Vorstandsvorsitzender der VDB.

In Köln waren schon „die Geschäftsverläufe im März aufgrund der positiven Witterung sehr gut“, erklärt Raimund Korbmacher. Daher war die Nachfrage deutlich vorgezogen, Viola oder Bellis waren schon Ende März nahezu ausverkauft.

Eine ähnliche Entwicklung verzeichnete der Blumengroßmarkt in Dortmund. „Bei Frühlingsblühern, Primeln oder Stiefmütterchen hatten wir schon etwa drei Wochen vor Ostern mit Engpässen zu kämpfen“, berichtet Geschäftsführer Herbert Kettermann. Dementsprechend positiv beurteilten Erzeuger und Großhändler in der Ruhrgebiets-Metropole das diesjährige Ostergeschäft.

„Frühlingsblüher waren ausverkauft“, meldet ebenfalls Peter René Hecker für den Blumengroßmarkt in Düsseldorf. Wie in Köln waren auch dort schon die drei Wochen vor dem Osterfest sehr umsatzstark. „Ein Erzeuger von Ranunkeln hat seine auf drei Wochen ausgerichtete Produktion in nur einer Woche vermarktet“, erläutert der Düsseldorfer Geschäftsführer an einem Beispiel das durch die gute Witterung beeinflusste sehr positive Geschäftsumfeld. Dementsprechend waren der Bereitschaftsverkauf am Karfreitag und auch die Umsätze am Ostersamstag sehr zufriedenstellend.

Auf dem Blumengroßmarkt in Reutlingen fiel vor allem die starke Nachfrage nach Viola auf. In Stuttgart waren Viola und Bellis sogar schnell ausverkauft – das Geschäft mit Tulpenzwiebeln hingegen eher schleppend.

„Das Ostergeschäft war durchweg positiv, Frühlingsblüher liefen schon im Vorfeld sehr gut“, resümiert Frank Schäfer, Geschäftsführer des Blumengroßmarktes in Karlsruhe. Dort konnte der Blumeneinzelhandel sich auch am Karfreitag mit frischer Ware versorgen, der Feiertag ist dort traditionell ein „guter Markttag.“

Ebenfalls in Hamburg, wo sich der Vorstandsvorsitzende Andreas Fagin „sehr zufrieden“ mit dem Ostergeschäft zeigte. „Der Karfreitag ist einer unserer stärksten Markttage“, erläutert er.

Hervorragende Umsätze am Karfreitag hatte man in der Vergangenheit auch regelmäßig auf dem Frankfurter Blumengroßmarkt. Das war in diesem Jahr anders – nach Jahrzehnten problemloser Verkaufsgenehmigungen durfte der Frankfurter Blumengroßmarkt 2012 seine Pforten nicht öffnen.

Die zuständige Genehmigungsbehörde legte mit Hinweis auf den kirchlichen Feiertag und das Arbeitsrecht ihr Veto ein.
„Das hat zu deutlichen Verlusten geführt, da viele Blumeneinzelhändler auf zwei starke Schnittblumen-Anbieter in Darmstadt auswichen“, erläutert der Frankfurter BGM-Vorstand Karl Seidel.

Somit konnten die Verluste am Karfreitag auch nicht am Ostersamstag wettgemacht werden.

Welche Gründe genau zu dem Verkaufsverbot geführt haben, will der Frankfurter Blumengroßmarkt nun über einen Rechtsanwalt klären lassen. Zumal das „Frischezentrum“ Frankfurt/Main, der Großmarkt für Obst und Gemüse, geöffnet hatte.

Der Verweis der Genehmigungsbehörde auf das Arbeitsrecht (Beschäftigung von Angestellten an gesetzlichen Feiertagen) hätte ja eigentlich auch für den Verkauf von Obst und Gemüse gelten müssen. Auch die Tatsache, dass der Karfreitag ein gesetzlicher Feiertag ist, dürfte bei Blumen und Pflanzen nicht anders beurteilt werden als bei Obst und Gemüse. Man darf also durchaus gespannt auf die Begründung der unterschiedlichen Vorgehensweisen sein.

Abgesehen von dieser Beeinträchtigung war auch in der Main-Metropole der „Run“ auf die Frühlingsblüher sehr groß. „Bei Topftulpen konnte die Nachfrage kaum gedeckt werden“, erklärt BGM-Vorstand Seidel.

Unterm Strich lässt das vielerorts mehr als zufriedenstellende Ostergeschäft auf ein gesundes Konsumklima schließen, wobei die Wetterverhältnisse dazu beigetragen haben dürften. Dementsprechend optimistisch blickt man auf den traditionellen Blumengroßmärkten auch auf die beginnende Beet- und Balkon-Saison.

(Martin Hein)

Flora Holland und Veiling Rhein-Maas:
bessere Umsätze als 2011 durch gutes Wetter

Das Ostergeschäft ist bei der Flora Holland im Vergleich zum Vorjahr insgesamt besser gelaufen, so der Vermarkter in einer Gesamtbewertung des Geschäfts.

Schnittblumen und Zimmerpflanzen realisierten einen höheren Umsatz verglichen mit der Osterwoche in 2011. Das Wetter war günstig für den Verkauf von Blumen und Zimmerpflanzen, erklärt die Flora Holland das bessere Geschäft. Outdoorpflanzen erreichten hingegen nur einen niedrigeren Umsatz.

Die Ursache sieht die Flora Holland in der spät liegenden Osterwoche in 2011. Dort fiel sie in Woche 16 bereits mitten in die Beet- und Balkonpflanzen- Saison hinein.

Am Ende der Woche 14 liefen bei der Flora Holland Schnittblumen am besten. Der Verkauf von Gartenpflanzen splittete sich über die Wochen 13 und 14 auf. Als Renner bei den Schnittblumen machte die Flora Holland aus: Tulpen (plus 82 Prozent Umsatzwachstum), Gerbera (plus 25 Prozent), Spraychrysanthemen (plus 14 Prozent), Eustoma (plus 20 Prozent) und Narzissen (plus 103 Prozent).


Wieder geprägt vom Wetter
Verlierer beim Schnittblumen-Umsatz waren Rosen (minus fünf Prozent), Lilien (minus acht Prozent) und Freesien (minus sieben Prozent). Bei den Topfpflanzen waren die Renner: Hortensien (plus 28 Prozent), Narzissen (plus 83 Prozent), Phalaenopsis (plus elf Prozent). Beim Umsatz verloren haben: Pelargonium (minus 62 Prozent), Beetpflanzen (minus 54 Prozent), Osteospermum (minus 34 Prozent).

Im Trend lagen wie üblich sehr viele Produkte mit gelben Blüten, blühenden Osterzweigen (Salix, Coryllus), Oster-Arrangements und Oster-Sträuße.

Das diesjährige Ostergeschäft war wieder geprägt vom Wetter und vom Zeitpunkt. Dieses Jahr lag Ostern zwei Wochen früher als 2011. Das Wetter war wieder bestimmend im Verkauf. Es wirkte sich, resümiert die Flora Holland, günstig für den Blumen- und Pflanzenverkauf aus: Nicht zu heiß, wenig Regen und regelmäßig schien die Sonne.

In Woche 16 war es im vorigen Jahr bis zu 25 Grad warm - schon zuviel, um im Garten zu arbeiten und für den Kauf von Blumen, meint die Flora Holland.


Bessere Konstellation als 2011
Die Veiling Rhein-Maas kommt zu dem Schluss, dass es dieses Jahr ein „normales“ Ostergeschäft war, gegenüber der schlechten Konstellation 2011, als Ostern zwei Wochen später lag. Am umsatzstärksten waren die ersten drei Versteigerungs-Tage.

Auf Topfpflanzen lag der Fokus nur noch Montag und Dienstag, ab Mittwoch waren hauptsächlich Schnittblumen gefragt.

Blühende Zimmerpflanzen, Pflanzschalen indoor und outdoor waren bei
Topfpflanzen am stärksten gefragt. Verlierer waren die Zwiebelpflanzen. Besonders gefragt waren an der Versteigerung Osterdekorationen.

Der Schnittblumenabsatz hatte sich allgemein verbessert gegenüber dem Vorjahr, die Farbe rot war nach wie vor zu Ostern weniger gefragt, fasst die Veiling Rhein-Maas den Geschäftsverlauf zu Ostern zusammen. Neue Trends oder Besonderheiten gab es keine, berichtet die Versteigerung.

(ts)