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PCR-Tests: Neue Techniken in der Obstvirustestung

Als schnelle, leistungsfähige Testmethode zum Nachweis von Virusinfektionen in Obstgehölzen setzt das Pflanzenschutzamt Hannover nach eigenen Angaben inzwischen die Polymerase Kettenreaktion, kurz PCR ein. Das Verfahren habe in den letzten Jahren die Indikatortestung bei Obstgehölzen in weiten Teilen ersetzt. Der am Institut für Pflanzenkrankheiten und Pflanzenschutz der Universität Hannover mit Förderung des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft entwickelte PCR-Test, ist nicht nur deutlich schneller, sondern kann den Angaben zufolge auch vier Apfelviren gleichzeitig nachweisen. Baumschulen und Obstbauer können den PCR-Test zur Ermittlung des Virusstatus in Baumlieferungen oder in ihren Beständen nutzen. Wie das Pflanzenschutzamt Hannover weiter erläutert, sind Virusinfektionen bei neuen, sehr gefragten Obstsorten ein nicht zu unterschätzendes Problem. Denn gerade von diesen Infektionen gingen in der Vergangenheit große Schäden für den Obstbau aus. Im Gegensatz zum früheren Indikatortest, für den rund zwei bis drei Jahre benötigt wurden, liefere der PCR-Test schon nach einer Testdauer von zwei bis drei Tagen Ergebnisse. Folgende vier Apfelviren könne der beim Pflanzenschutzamt Hannover eingesetzte PCR-Test gleichzeitig nachweisen: das chlorotische Blattflecken-Virus (ACLSV, Apple chlorotic leaf spot virus), das Stammfurchungs-Virus (ASGV, Apple stem grooving virus), das Stammnarbungs-Virus (ASPV, Apple stem pitting virus) und das Apfelmosaik-Virus (ApMV, Apple mosaic virus), sowie die damit verwandten Apfel-, Birnen- und Steinobstvirusstämme. Das Verfahren zeichne sich durch eine extrem hohe Nachweissicherheit und -empfindlichkeit aus. Eine weitere Besonderheit sei, dass es auch an Pflanzenmaterial in Winterruhe angewendet werden könne.