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Pflanzen streicheln: mechanischer Reiz habe „großes Potenzial“

Temperaturstrategien (wie Cool Morning, Absenken der Tagesmitteltemperatur), Sortenwahl, Trockenstress und mechanischer Reiz stehen im Fokus, wenn kompakte Pflanzen ohne chemische Wachstumsregulatoren erreicht werden sollen. Die LVG Heidelberg prüft seit Jahren den mechanischen Reiz und ermittelte positive Ergebnisse bei zahlreichen Zierpflanzenarten.

Mechanischer Reiz im Blickpunkt: Ute Ruttensperger (Bildmitte) stellte den Tagungsteilnehmern die Streichelanlage vor. Foto: Edwin Hanselmann

Ute Ruttensperger – in Heidelberg zuständig für Versuche im Zierpflanzenbau – stellte dies bei ihrem Vortrag zum Thema „Kompakte Pflanzen ohne Chemie“ ebenso wie bei der Führung durch die Versuchsanlage heraus. Das Verfahren sei sehr wirksam und habe großes Potenzial. Es konnte sich in der Praxis bisher aber nicht durchsetzen, weil seine Umsetzung mit einem relativ aufwendigen technischen Verfahren gekoppelt sein muss.

Neuere Ergebnisse betreffen unter anderem die Wirkung des mechanischen Reizes auf Topfkräuter. Verringerte sich die Internodienlänge beispielsweise bei Petersilie ‘Krause Perle’ und der ohnehin kompakt wachsenden Zitronenmelisse ‘Relix’ nur wenig, so zeigte sich deutliche Wirkung bei Kerbel ‘Fijn Kruil’. Die Streichelanlage ist täglich 108-mal über die betreffenden Pflanzen gefahren.

Zu den Ergebnissen vom Frühjahr 2011 zählt die Wuchsregulierung durch mechanischen Reiz bei Combipots (getopft in Kalenderwoche 12, bewurzelte Jungpflanzen von Dümmen, 16 Combipot-Varianten der Serie Confetti Liner). Die stärkste Wirkung des Streichelns ließ sich bei der aus zwei Petuniensorten (‘Surprise Orange Twist’/‘Spurprise Yellow Twist’) zusammengesetzten Variante „Twist“ erreichen, nämlich eine Reduzierung der Pflanzenhöhe von 35,7 Zentimeter (unbehandelte Kontrolle) auf 17,2 Zentimeter (mechanischer Reiz). Bei manchen Varianten war die Wirkung des Streichelns aber gering. (eh)