Pflanzenpass: Vorgaben zur Aufzeichnungspflicht

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hier wurde der Pflanzenpass direkt auf dem Etikett aufgebracht. Foto: Elgner

Die umfangreiche gemeinsame Stellungnahme aller zuständigen Stellen zum Umgang mit dem neuen EU-Pflanzenpass reichte Marketingberater Norbert Elgner (Heppenheim) nicht aus – er holte sich noch weitere Antworten zu Praxisfragen hinsichtlich der Aufzeichnungspflichten ein.

Pflanzenpass als amtliches Dokument selbst ausstellen

Der registrierte Unternehmer wird ermächtigt, den Pflanzenpass als amtliches Dokument selbst auszustellen, um damit seine pflanzenpasspflichtige Ware zu deklarieren. Damit garantiert der Unternehmer die Pflanzengesundheit seiner Ware. Diese muss unter seiner Verantwortung stehen, sich in seinem Zugriffsbereich befinden – etwa auf seinem Betriebsgelände oder auf seinem Großmarktstand. Sie muss gründlich untersucht werden und die phytosanitären Voraussetzungen erfüllen. Es reichen Sichtkontrollen. Über die Kontrollgänge sind Aufzeichnungen zu führen. Prinzipiell können die Kontrollen auch an Beratungsdienste übertragen werden. Die Verantwortung trägt jedoch der Unternehmer.

Pflanzenpass bei bepflanzten Gefäßen

Spezielle Herausforderungen bezüglich der Deklarierung dürften auf Produzenten zukommen, die bepflanzte Schalen in kleinen Serien an Wiederverkäufer liefern. Gleiches gilt für Hydrogärtner. Da in der Regel die Gefäße mit mehreren Pflanzen aus diversen Gattungen bestückt sind, muss für jedes Objekt ein separater Pflanzenpass ausgestellt werden.

Pflanzenpass bei Lieferungen

Neben der Deklarationspflicht pflanzenpassrelevanter Daten an der Ware besteht auch eine Dokumentationspflicht des Unternehmers, die klarstellt, wohin welche pflanzenpasspflichtige Ware geliefert wurde. Dies lässt sich über Lieferschein- oder Rechnungsduplikate belegen. Sinnvoll erscheint, Lieferschein- und Rechnungsvordrucke mit der eigenen Pflanzenpass-Registriernummer zu versehen. Für die pflanzenpassrelevanten Aufzeichnungen gilt eine Aufbewahrungsfrist von drei Jahren. Die Aufzeichnungen ersetzen keinesfalls die Verpflichtung zur Deklaration an der Ware. Auch innerbetriebliche Verbringungen der Ware von Standort A nach Standort B unterliegen der Aufzeichnungspflicht des Unternehmers, allerdings ohne Deklaration an der Ware. Von daher sind Aufzeichnungen etwa in Form von Flächenbelegungsplänen notwendig, um die innerbetriebliche Rückverfolgung zu gewährleisten.

Vorgaben für Einzelhändler

Auch der Einzelhandelsunternehmer, der Ware vertreibt, muss den Warenfluss so dokumentieren können, dass sich feststellen lässt, von wem welche pflanzenpasspflichtige Ware bezogen wurde – detailliert nach Pflanzengattungen und Arten. Demzufolge sollte dies aus den Rechnungen von Lieferanten hervorgehen. Belege mit pauschalen Angaben wie etwa ein „Posten Grünpflanzen“ oder „100 Stück Gewürzkräuter T13 Zentimeter, aus verschiedenen Lieferherkünften stammend“, erfüllen nicht die neu geforderte Rückverfolgbarkeit in der Handelsschiene.

Keine Verordnungen ohne Kontrolle

Es ist vorgesehen, die registrierten Unternehmen einmal jährlich durch die zuständige Pflanzenschutz- oder Pflanzengesundheitsbehörde zu prüfen. Die Kontrollen können sich durchaus auch auf stichprobenartige Prüfungen von Geschäftsunterlagen auf pflanzenpassrelevante Belange erstrecken.