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Praktiker: auch AG von Insolvenz betroffen

Rechtsanwalt Udo Gröner (Saarbrücken) wurde am Freitagabend, 12. Juli, zum vorläufigen Insolvenzverwalter der Praktiker AG bestellt. Dem Unternehmen zufolge hatte der Vorstand zuvor beim Amtsgericht Saarbrücken einen Antrag auf Einleitung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens eingereicht. Der Vorstand werde Gröner sowie den vorläufigen Insolvenzverwalter der acht Konzerngesellschaften, Christopher Seagon (Heidelberg), bei der Bestandsaufnahme der aktuellen wirtschaftlichen Lage sowie bei der Entwicklung eines Fortführungskonzeptes aktiv unterstützen, heißt es. 

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Darüber hinaus werde der Vorstand eng mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter der AG beraten, ob und welche wirtschaftlichen Auswirkungen sich aus den veränderten Rahmenbedingungen für die Holding-Gesellschaft ergeben können.

Nicht von den Anträgen betroffen seien die Max-Bahr-Märkte, deren Geschäftsbetrieb den Angaben zufolge regulär aufrechterhalten wird. Gleiches gelte für das in der Baumarkt Praktiker International GmbH organisierte Auslandsgeschäft. Die Praktiker- sowie die extra-BAU+HOBBY-Märkte sollen laut Firmenangaben unter den Rahmenbedingungen eines vorläufigen Insolvenzverfahrens uneingeschränkt fortgeführt werden.

Wie der vorläufige Insolvenzverwalter der acht Konzerngesellschaften, Christopher Seagon, vergangene Woche in einer Pressemitteilung bekannt gab, prüft er derzeit die wirtschaftliche Situation sowie Sanierungsmöglichkeiten des Unternehmens. Die Filialen bleiben geöffnet, der Verkauf an den Standorten gehe unverändert weiter und die Löhne und Gehälter der rund 8.600 Beschäftigten sollen über Insolvenzgeld gesichert werden. Wie berichtet, wurde beim zuständigen Amtsgericht in Hamburg am 11. Juli Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens für acht operative Gesellschaften der Praktiker AG gestellt.

Seagon will in den kommenden Wochen Möglichkeiten für ein Sanierungskonzept prüfen. Das zum 1. März 2012 in Kraft getretene Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) biete ihm dazu verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten, so Seagon. Nähere Angaben seien zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich. „Wir müssen uns erst einmal die Situation sehr genau anschauen. Dazu benötigen wir noch Zeit“, sagt Seagon. Auch zu einzelnen Standorten könne er zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen. (ts)