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Radioaktiv belastete Garten-Fackeln im Handel

Über einen Importeur aus Nordrhein-Westfalen sind offenbar bundesweit schwach radioaktiv belastete Gartenfackeln aus Indien (sogenannte Fes-Fackeln) in den Handel gelangt. Die mit dem Radionuklid „Kobalt-60“ verunreinigten Fackeln wurden etwa im baden-württembergischen Handel gefunden.

Keine dieser radioaktiv belasteten Fackeln ist nach derzeitigem Kenntnisstand in Baden-Württemberg an Endverbraucher verkauft worden, teilt das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg in Stuttgart mit.

Der Zusatz von künstlichen Radionukliden wie etwa Kobalt-60 in Gartenfackeln sei in Deutschland nicht gestattet. Die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW) fand in fünf verunreinigten Fackeln Werte weit unterhalb der natürlicherweise in Baden-Württemberg vorhandenen Strahlendosis von durchschnittlich rund zwei Millisievert im Jahr. Demzufolge gehen die Behörden von keiner Gesundheitsgefährdung für betroffene Personen aus.

Die Messwerte für die sogenannte Ortsdosisleistung (im direkten Kontakt) ergaben zwischen 45 und 160 Mikrosievert pro Stunde. Die daraus resultierende Strahlenbelastung hängt laut Ministerium maßgeblich davon ab, wie lange (Aufenthaltsdauer) und in welcher Entfernung (Abstand) zum Objekt sich eine Person aufhält.

Radioaktiv belastete Gartenfackeln wurden auch nach Sylt importiert. Strahlenschutzexperten sehen aber auch hier keine Gefahr durch die aus Indien importierten Fes-Fackeln. Betroffen ist nach Angaben des schleswig-holsteinischen Ministeriums für technischen Verbraucherschutz ein Händler auf der Insel Sylt.

Mitarbeiter des Strahlenschutzes aus dem Umweltministerium haben fünf Fes-Fackeln vorgefunden, von denen zwei radioaktiv belastet waren, so das Ministerium weiter. Die belasteten, noch original verpackten Fackeln zeigten an der Oberfläche der Verpackung etwa 35 Mikrosievert pro Stunde. Die Innenbecher zeigten bei Messungen im Inneren Werte von 100 Mikrosievert pro Stunde.

Messungen des Strahlenschutzes hätten ergeben, dass bei einer Messung im Behälter der Gartenfackel nach zehn bis 15 Stunden die Grenze der tolerierbaren Jahresbelastung für einen Menschen erreicht werden kann. Da die Fackeln üblicherweise im Garten in weit größeren Abständen genutzt werden, sei daher nach Einschätzung von Strahlenschutzexperten eine Gefahr für den Menschen auszuschließen. Es werde nach weiteren, möglicherweise belasteten Fackeln bundesweit sowie in Schleswig-Holstein gesucht.

In den Kommentaren bei shz.de fragen sich Nutzer, ob der Fackelvorgang von den Behörden bagatellisiert wurde. Früher galt selbst kleinste Radioaktivität als schädlich, postet ein Nutzer. Ein anderer glaubt nicht daran, dass die von den Behörden vorausgesetzten größeren Abstände eingehalten werden, besonders nicht von Kindern. Ein weiterer fordert eine bessere Einfuhrkontrolle ein. (ts/rve)