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Regional verkaufen: im Einzelhandel zählen Ruhe und Sympathie

Mit welchen Sortimentstrends gewinnt man Kunden? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Fachtagung des Gartenbauzentrums Bayern Mitte am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürth.

Neben neuen Trends bei Kräutern und Gemüse standen ausgefallene Züchtungen von Obstgehölzen mit besonderem Gesundheitsaspekt und spezielle Vermarktungsstrategien auf dem Programm.

Zum Thema „Ihre RegionalGärtnerei“ referierte Unternehmensberater Andreas Zitzmann aus München nach dem Motto „Gut ist, was vor Ort wächst! – Regionalpflanzen erfolgreich vermarkten“. Er wies darauf hin, dass sich der Kunde durch die Angebotsfülle im globalen Handel oft überfordert fühlt. Als Gegenpol hierzu suche er vor allem Ruhe und Sympathie bei den regionalen Anbietern vor Ort.

Trends wie „Zurück zur Natur“ und zum Anbau von Gemüse und Kräutern im eigenen Garten seien eng verbunden mit einer Rückbesinnung auf traditionelle Werte. Zitzmann erläuterte auch die Gründe, warum Kunden regionale Produkte schätzen: Absolut wichtig seien Themen wie „Frische“, „Qualität“ und „Ökologie“ der Erzeugnisse. Unterschätzt werden dürfe aber auch nicht die emotionale Komponente beim Einkauf, wie Sympathie zum Produkt und zum Unternehmen. Regionalität gibt dem Kunden, laut Zitzmann, die Sicherheit, die sonst nur Markenartikeln zugeschrieben wird.

Im weiteren Verlauf stellte der Referent die Frage: „Stellen Sie sich vor, Sie sind Ihr eigener Kunde; wo stoßen Sie das erste Mal in Ihrem Betrieb auf das Thema Regionalität?“. Wichtig sei es, bereits im Eingangsbereich oder auf dem Parkplatz auf die Eigenproduktion aufmerksam zu machen, denn die meisten Menschen wissen heute nicht mehr, wo Blumen, Stauden, Kräuter oder Gehölze tatsächlich angezogen werden. Zitzmann wies auch darauf hin, wie wichtig es sei, dass bei zugekaufter Ware die regionalen Produzenten mit Bild und Namen genannt werden.

Raimund Schnecking von Volmary-Gemüse betonte auf der Fachtagung, dass sich mit neuartigen Pflanzgemüsen auch junge Kunden gewinnen lassen. „Käufer bis 30 lieben es, frisches Gemüse selber auf der Fensterbank, dem Balkon oder im Garten zu ernten“, so Schnecking. Als Neuheiten stellte er den Besuchern der Fachtagung zum Beispiel „Adrenalin-Gemüse“ wie die feuerscharfe Paprika, die Tomate „Buffalo Steak“ für einen selbst gemachten Big Mac sowie Balkon-Zuckermelonen oder Cocktailkräuter vor.

Neues Snackgemüse für den Endverkauf präsentierte anschließend Ralf Schräder von der Firma Graines Voltz. So seien violett gestreifte Auberginen, runde Zucchini oder Snackgurken ein neuer Trend. Um Obstgehölze mit besonderem Gesundheitseffekt ging es im Vortrag von Anton Plattner von der Baumschule Plattner aus Aldersbach. Beispielsweise ließen sich Feigen, Vitalbeeren, Kiwi und Holunder mit der Bewerbung ihres Gesundheitseffektes gut vermarkten. (ts)