Rein ins Sortiment: faszinierende Rinden

Veröffentlichungsdatum: , Katharina Adams

Wenn im Winter bei vielen Gehölzen das Blätterkleid fehlt, treten andere Merkmale in den Vordergrund, zum Beispiel dekorative Rinde. Es gibt borkige, rissige, abrollende, mosaikartige oder gestreifte Rinden – die Vielfalt ist riesig.

Ahorne: leuchtende Farben

Einer der attraktivsten Ahorne ist der Zimt-Ahorn (Acer griseum), der aus China stammt. Seine Rinde hat in der Tat die Farbe von Zimtstangen und rollt sich zudem dekorativ von den Zweigen ab, und das sogar schon bei den jüngeren Trieben. In der Wintersonne ist das Farbspiel des mehrstämmigen kleinen Baumes unübertroffen. Sehr auffallend sind auch die Rinden der sogenannten Streifen-Ahorne. Zu den schönsten Vertretern gehört der Amerikanische Streifen-Ahorn (Acer pensylvanicum), und hier vor allem die Sorte ‘Erythrocladum’. Der mehrstämmig wachsende Baum wird erst nach langen Jahren im Alter sechs bis neun Meter hoch und zeichnet sich durch seine gestreifte korallenrote Rinde aus. Nicht ganz so hoch wird der Rotrindige Ahorn (Acer x conspicuum ‘Phoenix’), ein strauchartiger Vertreter. Das Rot seiner Rinde ist nicht ganz so leuchtend. Eher braunrot gestreift ist die Rinde von Acer x conspicuum ‘Mozart’, der sehr schön trichterförmig wächst und etwa drei bis fünf Meter hoch wird. Ohne Streifen, aber in sehr knalligem Rot präsentiert sich der Japanische Korallenrinden-Ahorn (Acer palmatum ‘Sangokaku’, ein gemäßigt wachsender, aufrechter Strauch von etwa drei Meter Wuchshöhe.

Kirschen: polierter Glanz

Einige Kirschen überzeugen durch ihre farbenfrohen Rinden. Am schönsten ist sicherlich die Rinde der Mahagoni-Kirsche (Prunus serrula), einem oft mehrstämmigen kleinen Baum. Sie ist leuchtend mahagonifarben, glänzend und rollt sich dekorativ ab. Mit acht bis zehn Metern Höhe wird die sehr ähnliche Spiegelrinden-Kirsche (Prunus schmidtii) etwas höher und ist an ihren besonders ausgeprägten Querstreifen zu erkennen. Beide Arten blühen im Frühjahr sehr reich und sind außerdem eine wertvolle Bienenweide. Als Orangerot könnte man die Rindenfarbe der Amur-Kirsche (Prunus maackii) bezeichnen, von der vor allem die Sorte ‘Amber Beauty’ bei den Vermehrern erhältlich ist. Wird sie nicht aufgeastet, entwickelt sie sich zu einem mehrtriebigen, etwa acht Meter hohen Strauch. Auf den ersten Blick nicht spektakulär sind die Rinden heimischer Prunus-Arten wie Schlehe, Pflaume oder Trauben-Kirsche. Bei näherem Hinsehen haben sie aber auch ihren Reiz durch feine Strichmuster oder recht plastische Borken, die man vor allem bei älteren Exemplaren findet. Die meisten Kirschen entwickeln übrigens auch eine schöne Herbstfärbung.

Birken: variabel in Weiß

Nicht sehr verbreitet, aber ungeheuer dekorativ ist Betula ermanii, die Gold-Birke. Sie ist von malerischer Gestalt, kann mehrstämmig wachsen und ziert sich mit einer ausdrucksvollen abrollenden Rinde, deren Farbigkeit zwischen cremefarben und hellrosa variiert. Sie wächst allerdings bis zu 20 Meter hoch und braucht entsprechend viel Platz. Das Farbenspiel der Rinde ist vor allem im Winter ein einmaliger Anblick! Mit zehn Metern etwas gemäßigter im Wuchs ist Betula albosinensis, die Kupfer-Birke. Ihre Rinde ist gelb bis kupferorange und damit für eine Birke eher dunkel gefärbt. Aus Nordamerika stammt die Papier-Birke (Betula papyrifera), bei der sich die Rinde stärker abrollt als etwa bei der heimischen Sand-Birke. Strahlend weiße Rinde ist das Erkennungszeichen der Himalaja-Birke (Betula utilis), von der es auch die Unterart Betula utilis var. jaquemontii gibt, die durch ihren gefälligen fächerförmigen Wuchs auffällt. Eher wie ein Strauch, mit mehren in alle Richtungen wachsenden Stämmen, benimmt sich Betula medwediewii, die Transkaukasische Birke. Dabei erreicht sie trotzdem eine Höhe von acht Metern und wird ebenso breit. Ihre Rinde ist von einem hellen Silbergrau und sehr fein abblätternd. Fast alle Birken schmücken sich übrigens mit einer sehr schönen, leuchtend gelben Herbstfärbung.