Rewe Group will Plastikmüll drastisch reduzieren

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Durch Abschneiden der Recyclingpapier-Tüte entlang der Schnittlinien wird die Verpackung des „Hauptstadtbasilikums“ zum Topfersatz. Foto: Rewe/ECF

Tonnenweise Kunststoff will die Rewe Group künftig einsparen. So testet das Unternehmen derzeit, ob seine Kunden das in Berlin produzierte „Hauptstadtbasilikum“ in einer neuartigen, zu 100 Prozent plastikfreien Verpackung aus Recyclingpapier annehmen. Und die zur Rewe Group gehörende Baumarkt-Kette toom schließt sich für den Pflanzentransport dem Floritray Mehrwegsystem an.

toom stellt Pflanzenpaletten in Pilotversuchen auf Mehrwegsystem um

Um Pflanzen von den Gärtnereien über Lager und Märkte schließlich zum Kunden zu bringen, werden bei toom den Angaben zufolge jährlich rund acht Millionen Pflanzenpaletten genutzt. Und diese sorgen für eine große Menge an Kunststoffabfall, da in der Regel keine erneute Nutzung der Trays erfolgt. Mit der Zielsetzung, im Bereich Pflanzen unnötigen Verpackungsmüll zu vermeiden, wird toom Teilnehmer am Mehrwegsystem Floritray – als erster Partner aus dem Handel, wie das Unternehmen erklärt.

„Die Paletten werden aus Post-Consumer-Recyclingmaterial hergestellt und können ähnlich wie zum Beispiel Mineralwasserkästen vielfach genutzt werden“, schildert Theo Keysers, Purchasing Direktor Plant and Logistics bei toom, die Vorteile von Floritray. Mit Beginn der Saison 2020 will das Unternehmen seine Pflanzenpaletten in Pilotversuchen auf das neue Mehrwegsystem umstellen und hofft, so den Müllberg im Gartenbereich künftig drastisch reduzieren zu können. Denn nach der Lieferung der Pflanzen in die Baumärkte gehen die gereinigten Trays in die erneute Nutzung der Gärtner, ohne mit jedem Umlauf Kunststoffmüll zu erzeugen. Verlaufen die Tests erfolgreich, plant toom eine Ausweitung des Kreislaufsystems.

„Hauptstadtbasilikum“ in neuartiger Recyclingpapier-Tüte

Daneben will die Rewe Group auch in ihren Lebensmitteleinzelhandel-Filialen das Thema Vermeidung von Plastikmüll weiter vorantreiben und testet aktuell zusammen mit dem Berliner Start-up ECF Farmsystems neue Verpackungsmethoden für Kräutertöpfe. Das von ECF mitten in der Bundeshauptstadt im Aquaponik-Verfahren produzierte „Hauptstadtbasilikum“ wird den Angaben zufolge komplett kunststofffrei verpackt: verzichtet wird sowohl auf die trichterförmige Plastiktüte als auch auf den Plastiktopf. Stattdessen steckt das Basilikum in einer Tüte aus Recyclingpapier, die – vom Kunden entlang der aufgedruckten Linien zugeschnitten – zum Topfersatz wird.

Mit der neuartigen Verpackung des „Hauptstadtbasilikums“, das derzeit in rund 280 Rewe-Märkten in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern erhältlich ist, wollen Rewe und ECF pro Jahr rund sieben Tonnen Kunststoff einsparen: 2,1 Tonnen durch das Ersetzen der Plastiktüten und weitere 5,1 Tonnen durch den Wegfall des Plastiktopfs. Kommt die innovative Recyclingpapier-Tüte bei den Kunden an und bewährt sich in der Praxis, ist laut Rewe „mit ihrem Einsatz auch bei weiteren Kräutertöpfen und bundesweit zu rechnen“.

Rewe spart allein bei Topfkräutern schon jetzt 90 Tonnen Plastik pro Jahr

Schon jetzt spart das Unternehmen nach eigenen Angaben allein bei Topfkräutern 90 Tonnen Plastik pro Jahr ein, weil es beim Transport auf die Plastik-Bewässerungsschalen verzichtet. Dieser Erfolg basiert auf einem 2017 durchgeführten Pilotversuch von Rewe und ECF Farmsystems, bei dem durch den Wegfall der Plastik-Bewässerungsschalen beim „Hauptstadtbasilikum“ pro Jahr sechs Tonnen Plastikmüll vermieden werden konnten. Auf Basis dieser Erfahrungen verzichtete Rewe auch bei weiteren bundesweit erhältlichen Produkten auf die Bewässerungsschalen aus Kunststoff.