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Rod-Picker: Neues Erntesystem für Gehölzstecklinge im Test

Um Kurzumtriebsplantagen (KUP) zur Gewinnung von Energieholz anlegen zu können, wird Pflanzmaterial von Mutterplantagen benötigt, das zahlreichen Anforderungen genügen muss. In dem zweijährigen EU-Projekt „Rod-Picker“ entwickelt das unabhängige Forschungsinstitut ttz Bremerhaven zusammen mit anderen Partnern ein Erntesystem für Gehölzstecklinge, das diese Kriterien berücksichtigt und kurz vor dem ersten Praxistest steht. 

CAD-Modell des Rod-Picker-Erntemodules mit Schneideinheit, Top Cutter und Transporteinheit. Bild: TU Dresden AST

Die für die Stecklinge benötigten Ruten müssen, so erläutert die Einrichtung, geschnitten, sortiert, gebündelt und anschließend verpackt werden. In dem erwähnten, im Oktober 2012 gestarteten EU-Projekt soll dieser aufwendige Prozess automatisiert werden. Nachdem die Projektpartner alle notwendigen Anforderungen und technischen Komponenten ermittelten, ist nun der erste Praxistest des Erntesystems im Februar 2014 geplant.

„Es ist seine Multifunktionalität, die das Rod-Picker-System auszeichnet: Die Technologie erntet, sortiert, bündelt und verpackt die Ruten, aus denen Stecklinge für KUP wie Weiden und Pappeln gewonnen werden. Damit ist das Rod-Picker-System im Vergleich zu den üblichen Ernteverfahren deutlich leistungsstärker“, sagt Projektleiterin Bárbara De Mena Pardo vom ttz Bremerhaven. Konventionelle Verfahren beschränkten sich in der Regel auf das Abtrennen der Ruten vom Rest der Pflanze. Mit Rod-Picker hingegen entfalle das aufwendige Sortieren und Verpacken der Ruten von Hand.

Aufgebaut ist das Rod-Picker-Erntesystem aus mehreren modular kombinierten, aufeinander abgestimmten Teilsystemen, die von den Projektpartnern in enger Zusammenarbeit entwickelt und technisch umgesetzt werden, wobei eine möglichst große Kompatibilität mit bestehenden Erntemaschinen angestrebt wird.

Das System schneide die Ruten und sortiere sie anschließend mit Hilfe von Kamera- und Sensortechnologien. Der präzise Sortiervorgang berücksichtige sowohl eine variabel festlegbare Länge der Ruten als auch mögliche Verästelungen, die Form und den Durchmesser der Ruten. Schließlich sollen die Ruten entsprechend ihrer Sorte zu variablen Stückzahlen gebündelt und in Kartonagen verpackt werden.(ts/hlw)