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Saisonverlauf in Österreich: Finanzkrise löst Boom bei Gartenmärkten aus

Zu den Gewinnern der Wirtschaftskrise zählen in Salzburg eindeutig die vielen Gartenmärkte, meldet salzburg.orf.at/ stories/365793. Laut den Blumenfachmärkten können die Salzburger in diesem Frühling nicht genug für ihren Garten ausgeben - der Umsatz sei höher als im letzten Jahr. Die Antwort sei überall die gleiche, wenn man nach dem Umsatz fragt: überraschenderweise besser als im Vorjahr. Das sagt auch Matthias Brugger vom gleichnamigen Blumenland in Siezenheim. "Wir haben dann schon etwas Bedenken gehabt, wenn man halt diese Negativmeldungen überall hört, dass es überall schlechter wird - da hatten wir großes Bauchweh. Der Winter war dann auch noch streng, da ist das Geschäft nicht so gut gegangen, aber im März ist es dann losgegangen und das ist bis jetzt nicht mehr abgerissen", meint Brugger. An einem normalen Samstag ist es zurzeit fast unmöglich, noch einen freien Parkplatz beim Blumenland in Siezenheim zu finden. "Wo wir einen Trend gespürt haben, ist bei dem Balkongemüse. Also, dass sich die Leute auf dem Balkon Tomaten, Paprika, Pfefferoni gesetzt haben und sehr gut sind auch die Kräuter bei uns gegangen", erklärt Matthias Brugger.

Ein Trend, den auch Gartenexperte Karl Ploberger beobachtet: "Ich habe mit Saatgutfirmen aus Deutschland gesprochen, die haben bei Saatgut für Gemüsepflanzen ein Plus von 35 Prozent - also unglaublich. Ein Gärtner hat mir gerade heute erst erzählt, dass er früher immer ein paar hundert Salatpflänzchen pro Woche weggeworfen hat, weil es zu viele waren - heuer hatte er bisher immer zu wenig."

Die Gründe für diesen Gartenboom liegen für beide Experten - so überraschend das auch klingen mag - in der Wirtschaftskrise. "Ich bezeichne das immer so als neues Biedermeier. Was hier auf der Welt passiert, die ganze Weltwirtschaftskrise, man versteht es ja gar nicht mehr. Da werden Summen genannt, die für uns alle unverständlich sind und daher sag ich, ich will in meinem Garten das Schöne haben und das mache ich mir selbst", sagt Karl Ploberger. Und Matthias Brugger ergänzt: "Was wir halt so gehört haben, die Leute fahren etwas weniger, oder gar nicht mehr in den Urlaub und daher machen sie es sich daheim auf dem Balkon oder im Garten etwas gemütlicher und schöner."