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Schlechtes Wetter soll schuld sein: Gartencenter Herde in Sölde meldet Insolvenz an

Die Herde’s Gartencenter Sölde GmbH hat am 17. Juli 2012 beim zuständigen Amtsgericht in Dortmund Insolvenz angemeldet. Als Grund für den Insolvenzantrag wurde vom vorläufigen Insolvenzverwalter Zahlungsunfähigkeit genannt. Der Geschäftsbetrieb soll nach Angaben der Geschäftsführung jedoch unverändert weitergehen. 

Derzeit werden die zur Verfügung stehenden Optionen zur Sanierung des Gartencenters Herde, Standort Sölde geprüft. Foto: Renate Veth

Schuld an der jetzigen Situation soll laut Geschäftsführung das schlechte Wetter gewesen sein, das im zweiten Quartal 2012 dazu geführt habe, dass die Verkaufszahlen bei Gartenmöbeln und -geräten deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind. Der Umsatzrückgang habe den frühzeitigen Insolvenzantrag notwendig gemacht, um alle Chancen auf Sanierung zu erhalten.

Die wirtschaftliche Situation wird derzeit vor Ort von dem Sanierungsexperten und Rechtsanwalt Andreas Grund von der Dortmunder Kanzlei AndresSchneider geprüft, der vom Amtsgericht zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt wurde. „Wir werden mit allen wesentlichen Beteiligten sprechen und uns alle zur Verfügung stehenden Sanierungsoptionen genau anschauen“, so Grund, der in den kommenden Wochen ein Restrukturierungs- und Sanierungskonzept für das Gartencenter erarbeiten will.

Nach Grunds ersten Einschätzungen sind die Aussichten für eine Fortführung des Unternehmens und den Erhalt von möglichst vielen der rund 65 Arbeitsplätze positiv. Erste entsprechende Signale von den Finanzierungspartnern und Lieferanten würden optimistisch stimmen, das Gartencenter Herde erhalten zu können.

Der Betrieb soll derweil unverändert weiterlaufen. Die Mitarbeiter erhalten bis einschließlich September Insolvenzgeld von der Bundesagentur für Arbeit, während der vorläufige Insolvenzverwalter dafür sorge, dass weiterhin Ware geliefert und diese auch bezahlt werde, erklärte der Pressesprecher der Anwaltskanzlei, Thomas Feldmann, auf Anfrage der TASPO. Bereits bezahlte Gutscheine des Gartencenters gehören einem Bericht der WAZ zufolge allerdings zur Insolvenzmasse und dürfen nicht mehr eingelöst werden. Eingetauscht werden können sie jedoch im Gartencenter Herde in Iserlohn, das als unabhängiges Unternehmen nicht von dem Insolvenzantrag betroffen ist.

Das von dem Ehepaar Dirk und Birgit Michel im Jahr 2005 übernommene Gartencenter in Sölde hatte erst im Juni vom Verband Deutscher Gartencenter (VDG) die Auszeichnung zum Fachgartencenter 2011/2012 in Gold erhalten.

Die Herde’s Gartencenter Sölde GmbH gehörte auch zu den Einreichern für die diesjährigen TASPO Awards und war in TASPO Ausgabe 29/12 noch auf der Liste der Finalisten in der Kategorie „Unternehmergeführtes Gartencenter des Jahres“ aufgeführt. Erst danach erreichte uns die Insolvenzmeldung von Herde’s Gartencenter Sölde, so dass wir diesen Finalist von der Liste streichen mussten. (ds)