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Seltene Wildbienenarten in Norddeutschland entdeckt

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Um Wildbienen künftig bessere Lebensräume bieten zu können, führt die Deutsche Wildtier Stiftung noch bis 2020 eine entsprechende „Inventur“ der Bundesrepublik durch. Im Rahmen dieses Projekts haben Forscher jetzt sechs seltene und zum Teil stark gefährdete Wildbienenarten im Norden Deutschlands entdeckt.

Die seltene Heidekraut-Sandbiene Andrena fuscipes. Foto: obs/Deutsche Wildtier Stiftung/Roland Günter

Wildbienen fliegen auf Hamburg und Umgebung

Vor allem Hamburg und Umgebung scheint für Wildbienen attraktiv zu sein. Dort fanden Biologen etwa die bundesweit als stark gefährdet eingestufte Holz-Blattschneiderbiene Megachile ligniseca sowie vier sehr seltene Heidekraut-Bienen. Ebenfalls „ins Netz“ ging der Deutschen Wildtier Stiftung die auf sandigen Böden lebende Furchenbienenart Lasioglossum monstrificum.

„Die Lasioglossum monstrificum wurde erst vor wenigen Jahren überhaupt beschrieben. Sie gilt in Deutschland als sehr selten und konnte jetzt an insgesamt fünf Standorten im Hamburger Stadtgebiet nachgewiesen werden“, erklärt Manuel Pützstück, Umweltwissenschaftler bei der Deutschen Wildtier Stiftung.

In lichten Wäldern und sandigen Gebieten

Bislang im Norden der Bundesrepublik kaum zu finden war die Holz-Blattschneiderbiene Megachile ligniseca, die Pützstück zufolge vor allem in lichten Wäldern sowie an Waldrändern verbreitet ist und stehendes Totholz mit Käferbohrlöchern zur Nestanlage benötigt.

Ausschließlich in Sandgebieten mit ausreichend großen Heidekrautbeständen fühlen sich die Heidekraut-Sandbiene Andrena fuscipes, die Seidenbiene Colletes succinctus, die parasitisch lebende Heide-Filzbiene Epeolus cruciger und die Heide-Wespenbiene Nomada rufipes wohl, die ebenfalls im Zuge der Kartierung der Deutschen Wildtier Stiftung entdeckt wurden.

Viele Wildbienenarten auf der Roten Liste

„Insgesamt haben wir bei unseren Erfassungen bis jetzt 119 Wildbienenarten in Hamburg und Umgebung nachgewiesen“, so Pützstücks Bilanz. Viele von ihnen gelten als stark gefährdet: 27 Wildbienenarten stehen in Schleswig-Holstein auf der Roten Liste, 26 in Niedersachsen und sieben Arten auf der Roten Liste Deutschlands.

Die 2016 in Hamburg gestartete Kartierung der Deutschen Wildtier Stiftung soll als Grundlage dienen, um die Lebensräume für Wildbienen zu verbessern. Nach Abschluss des von Dr. Christian Schmid-Egger geleiteten Projekts 2020 sollen die dabei erhobenen Daten ausgewertet und darauf aufbauend die Rote Liste für Hamburg erstellt werden.