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Sparsam und effizient: Dropleg-Technik als neues Unterblattspritzverfahren

Das Department für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) der Schweizerischen Eidgenossenschaft Agroscope hat nach eigenen Angaben zusammen mit der Schweizer Firma KLMAG eine neue Applikationstechnik für Spritzmittel entwickelt.

Anwendung der Dropleg-Technik in Rosenkohl. Foto: Agroscope

Diese sei während mehr als 15 Jahren in Zusammenarbeit mit Praxisbetrieben getestet und stetig verbessert worden: Einzelne Droplegs (Spritzbeine) haben dabei eine große Ähnlichkeit mit einem umgekehrten Spazierstock, dessen Griffende nach oben schaut. Die Spritzdüsen sind in Bodennähe an dem nach hinten gerichteten Ende der Droplegs angebracht. So wird die Spritzbrühe von unten nach oben angewendet.

Dass die Droplegs elastisch sind, ermögliche eine präzise und geschützte Führung der Spritzdüsen zwischen den Reihen. Beschädigungen an der Kultur und Verstopfungen der Düsenöffnungen seien so ausgeschlossen. Die Droplegs werden mit Adaptern auf bestehende Spritzbalken montiert und können je nach Kultur mit einem Schnellverschluss an- oder abgebaut werden, so die Information.

Im Ackerbau kommen bei Pflanzenschutzbehandlungen überwiegend Feldspritzen auf horizontalen Spritzbalken zum Einsatz. Mit diesen Geräten wird die Pflanzenschutzbrühe von oben auf den Pflanzenbestand gespritzt. Dies bewährt sich in Kulturen mit einem offenen und lockeren Blattbestand wie Getreide bestens.

Bei diversen Gemüsekulturen stößt dieses Verfahren an Grenzen, denn dort hat man es mit einer hohen Blattdichte und einem geschlossenen, gegen oben abschirmenden Blätterdach zu tun – etwa bei Buschbohnen, Karotten, Kohlarten, Zwiebeln und Kartoffeln. In solchen Kulturen kann die Spritzbrühe nur schwer in das Pflanzeninnere eindringen. Die Dropleg-Technik soll hier durch eine deutlich bessere Anlagerung der Pflanzenschutzmittel Abhilfe schaffen. Auch kritische Stellen im Pflanzeninneren könnten so gut geschützt werden.

Messungen bei Buschbohnen ergaben nach Aussage von Agroscope mehr als fünfmal höhere Anlagerungswerte der Pflanzenschutzmittel-Spritzbrühe im Vergleich zu konventioneller Spritztechnik. Erträge und die Qualität der Kulturen ließen sich bei gleichem oder sogar reduziertem Pflanzenschutzmittelaufwand steigern und verbessern.

Ein zusätzlicher positiver Effekt der Dropleg-Technik ist nach Angaben von Agroscope die Verringerung der Abdrift, da die Düsen in der Kultur laufen und der Spritznebel weniger dem Wind ausgesetzt ist. (ts)