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Spoga+Gafa Bilanz: der Trend geht zu Inside out

Neue Angebote zum Leben und Genießen draußen, das waren die Publikumsmagnete auf der Spoga+Gafa in Köln vom 2. bis 4. September. Der Bereich Dekoration und Gefäße hat auf der Gartenmesse sichtbar gewonnen, die markanten Ausstellungsschwerpunkte Gartenmöbel und Grillgeräte konnten ihre Position behaupten.Das Segment Technik war zwar stärker vertreten, bietet aber wie Pflege und Pflanzenschutz noch Raum für Entwicklungen. 

„Die Koelnmesse hat eine eindrucksvolle Gafa hingelegt“, unterstrich Hans-Jürgen Herr, Vorsitzender des Industrieverbandes Garten (IVG), auf dem 19. IVG-Messetalk am Montagabend. „Und wir tun gut daran, dies zu pflegen und auszubauen – auch das ist Leadership“, machte er seine Position zur weltweiten Leitmesse in Deutschland deutlich.

Set-Präsentationen für den POS erkennen immer mehr Hersteller als Chance, den Handel für ihre Sortimente zu begeistern. So drängelten sich bei Weber-Stephen in Halle 1 die Besucher um die Themen-Inszenierungen „Summer in the City“ oder „Grillen im Winter“. Und die Efsa (European Floral Suppliers Association) setzte mit ihrem erstmalig auf der Spoga+Gafa präsentierten Concept Store ein Signal für Themenpräsentationen aus einer Hand. Gespeist mit Produkten des Hersteller-Verbunds, bot der Concept Store POS-Ideen etwa zum Gärtnern in der Stadt.

Esschert Design verzeichnete als eines der Efsa-Mitglieder im übrigen guten Zuspruch sowohl von Neukunden als auch von bestehenden. Obschon Aufträge geschrieben wurden, sei die Messe doch in erster Linie eine Kontaktmesse, so Arend Mosterd, Geschäftsführer. Auf das Thema Urban Gardening hat sich auch Elho mit jungen, frischen Produktlinien eingestellt.

Und Scheurich sorgte mit seiner neuen, aus eigener Produktion in Deutschland stammenden, teils im Rotationsverfahren hergestellten Outdoor-Gefäße für Überraschung. Zum 1. Juni hatte das Unternehmen PP Plastic übernommen. Das daraus erwachsene Sortiment zeigte der traditionelle Keramikhersteller erstmals auf der Spoga+Gafa. „Mit Kunststoffprodukten kann man im Outdoorbereich viel bewegen, weil der Trend zu leichteren Gefäßen geht“, so Axel Schröder, Marketingleiter Scheurich. Mit dem Messeverlauf zeigt er sich hochzufrieden: „Das hängt damit zusammen, dass wir so viele innovative Produkte haben.“ „Die Bude eingerannt“ haben die Besucher nach eigenen Angaben dem Anbieter Gusto, der sich etwa mit Lifestyle-Konzepten für den Balkon positioniert.

Bei den Gartenmöbeln sei der Montag der stärkste Tag gewesen, hieß es bei Weishäupl. Und in Halle 5, der traditionellen Grillhalle, verwies Outdoorchef auf einen gut besuchten Stand. „Wir laden unsere Kunden zur Messe ein“, hieß es. Es gab aber auch Neukunden. Das Publikum kam aus Australien, Frankreich, Kanada. Es gebe keine vergleichbare Messe für die Grillanbieter.

Die Aussteller in der Halle 8 fühlten sich dagegen etwas abgehängt. Die Gartenwerkzeuge waren zudem auf mehrere Hallen verteilt, bemerkten De Wit und Krumpholz, Hersteller von handgeschmiedeten Werkzeugen. Zufrieden mit dem Besuch waren sie trotzdem. Birchmeier Sprühtechnik vermisste den Zustrom internationaler Besucher. Die bestehenden Kunden waren aber da, so dass man qualitativ nicht unzufrieden sei. Auffallend war, hieß es dort weiter, dass am Sonntag nicht wie üblich die Gänge mit Mittelständlern gefüllt waren. Die Hauptfrequenz verbuchten viele Aussteller am Montag und Dienstag Vormittag.

Der Termin der Messe steht im übrigen nicht mehr zur Diskussion. Auch wenn in einigen Sortimenten die Listungs-Gespräche schon im Juni laufen, nutzen die Einkäufer der Ketten doch den September-Termin, um noch ergänzend nachzuordern oder ihre georderte Ware in Szene gesetzt präsentiert zu sehen.

Insgesamt reisten nach offiziellen Messeangaben aus 103 Ländern 36.300 (2011: 36.300) Fachbesucher zur Trendschau der „grünen Branche“ nach Köln. Der Auslandsanteil lag bei 58 (59) Prozent. 1.975 (2011: 1.787) Anbieter aus 56 (57) Ländern zeigten auf einer Bruttofläche von 235.700 Quadratmetern ihre Produkte und Dienstleistungen. John W. Herbert, General Manager der European DIY Retail Association (EDRA), konstatierte: „Über 90 internationale Top-Einkäufer sind zur Spoga+Gafa gekommen.“

Laut einer Umfrage durch Peter Botz, Geschäftsführer des Verband Deutscher Garten-Center (VDG), waren dessen Fördermitglieder mit der Spoga+Gafa mindestens genauso zufrieden oder zufriedener als im vergangenen Jahr. 2013 findet in Köln die Spoga+Gafa vom 8. bis 10. September statt. (rve)