TASPO GartenMarkt

Staudenbetrieb Köster: Zuwachs im Sauseschritt

Sicher würde ein Unternehmen lieber Schritt für Schritt linear wachsen, was jedoch nicht immer möglich ist. „Also haben wir jetzt den größeren Sprung gewagt und müssen entsprechend neu ordnen. Die Anbauplanung muss komplett neu erstellt werden. Auch die Art der Kulturen und die Zeitabläufe ändern sich radikal mit deutlich mehr Hochglasfläche“, erklärt Staudenproduzent Ralf Köster der TASPO-Redakteurin Gabriele Friedrich.

„Wir haben mit unserem Betrieb in diesem Jahr einen Satz nach vorne gemacht, und befinden uns noch mitten in der Umstrukturierung“, sagt er weiter. Es ergab sich die Gelegenheit, einen Nachbarbetrieb mit 5.000 Quadratmeter unter Glas zu kaufen, der sich direkt an den Hauptbetrieb in Bottrop-Grafenwald anbinden lässt. Eine solche Chance darf sich natürlich nicht entgehen lassen, wer Kapazitätszuwächse und steigende Nachfrage schnell sinnvoll nutzen will.

„Entsprechend steckten wir in den vergangenen Monaten in einer Art Überbrückungsjahr. Denn, um alle Kunden zufriedenstellend beliefern zu können, musste einiges an Ware in hoher Qualität zugekauft werden. Das bedeutet, Stauden umtopfen in das Farbsystem von Stauden Köster, Ware putzen, etikettieren, alles Arbeiten, die zum normalen Versand hinzukommen“, berichtet Köster.

Mit der Flächenerweiterung und Vergrößern des Betriebes hat er auch weiteres Personal eingestellt, so dass er jetzt im Jahresdurchschnitt auf 25 Mitarbeiter kommt.

Glashäuser für ein besseres Aussehen der Stauden

„Der TASPO Award hat einiges in unserem Betrieb verändert. Seit wir den Preis im Herbst 2010 als Lieferant des Jahres bekommen haben, sind eine ganze Reihe neuer Kunden auf uns zugekommen, und unsere Umsätze haben sich erfreulich entwickelt.“ Köster hat dies geschickt in seine Werbung eingebaut, berichtet ausführlich auf seiner Internetseite und die Trophäe steht gut sichtbar auf dem Tresen in seinem Büro.

Als besonderes Dankeschön an seine Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten hat der Staudenproduzent einen Fotoband in Buchform binden lassen. Der zeigt nicht nur die feierliche Preisvergabe in Berlin, sondern ist vor allem als Anerkennung allen Beteiligten, den Mitarbeitern und der Familie gewidmet, nicht zuletzt auch den Kollegen im Stauden-Forum.

Die zusätzlichen Gewächshäuser geben Sicherheit, sie werden ungeheizt betrieben. Nur der Jungpflanzenbereich soll frostfrei gehalten werden. Denn auf abgehärtete Ware legt Köster auch weiterhin großen Wert. Die Sortimente ändern sich nicht unbedingt, aber die Kulturmethoden. Stauden, die sich später vermehren lassen, in Kalenderwoche sechs getopft für die zweite Hälfte der Saison, kommen dann im Frühjahr quasi jungfräulich aus den Häusern.

Dort herrscht kaum Unkrautdruck, was weniger Jäten bedeutet, kein Moos, keine gelben Blätter und abgestorbenes Material vom Herbst, also deutlich weniger Putzarbeit. „Ziel ist nicht, früher am Markt zu sein, sondern die Arbeitserleichterung und damit Kostenersparnis, die damit einhergehen. Arbeitswirtschaftlich ein Gewinn“, bringt es Köster auf den Punkt, „und die Stauden sehen einfach besser aus.“

Nonstop gutes Wetter für eine gute Saison

Die Saison startete früh mit dem seit Anfang März offenen Wetter. Köster bestückt schon ab 20. Februar die Staudenabteilungen der Gartencenter, ab Anfang März müssen sie komplett sein. Gestartet wird schon mit einembreiten Sortiment, bis zu 300 Sorten, die dann schon verkaufsattraktiv sind. Insgesamt hatte er bisher 1,5 Millionen Stauden in etwa 1.000 Sorten und Arten in Produktion. Zwei Faktoren machen für ihn die Super-Saison 2011 aus: neue Kunden und Nonstop gutes Wetter.

Kösters Neukunden sind Fachgartencenter und auch sein Aktionsradius hat sich erweitert. Bisher führte die Route ins Ruhrgebiet, jetzt bis an die Grenzen Nordrhein-Westfalens und darüber hinaus, entsprechend ist ein zweiter Außendienst-Mitarbeiter in einem zweiten Außendienstfahrzeug unterwegs.

Das bedeutet für Köster, dass einmal am Wochenanfang der Außendienst in die Gartencenter fährt und die Bestellung aufnimmt, manchmal muss er auch zweimal pro Woche ausrücken. „Unser Versprechen lautet: Lieferung innerhalb von 24 Stunden. Das halten wir natürlich auch. Aber daher können wir unseren Service24 direkt leider nur regional anbieten“, so Köster.

Service24 easy Order neu im Programm

Deshalb wurde jetzt neu der Service24 easy Order entwickelt, eine abgewandelte Service-Variante, die er auch weiter entfernt liegenden Kunden anbietet. Zusammen mit den Kollegen vom Stauden Forum offerieren sie das Angebot auch bundesweit. Bei fast allen Kunden bestückt Köster die Stauden selber, wobei mit Negativlisten und Scannern gearbeitet wird, die nur erfassen, was nicht bestellt werden muss.

Die Handscanner, die er seinen Kunden zum halben Selbstkostenpreis anbietet, sind mit eigener Software so vorkonfiguriert, dass der Kunde nur noch einlesen muss. Der Scanner wird ans Etikett gehalten und nach dem zweiten Piepton ist der Strichcode eingelesen. Anschließend schließt man ihn per USB an einen internetfähigen Computer an, der Rest läuft automatisch. Mehr ist nicht zu tun, nicht mal die Tastatur oder die Maus zu berühren.

„Wir bekommen automatisch eine E-Mail geschickt mit der Excel-Tabelle der Negativliste, also was an Waren noch auf den Tischen steht. Dann rufen wir zurück, um zwei Dinge mündlich abzuklären. Erstens das Gesamtvolumen, wie viele Karren und Kisten und welche Sonderwünsche wir liefern sollen. Dadurch pflegen wir weiterhin den persönlichen Kontakt.“

Doch der Hauptauftrag ist elektronisch erledigt. Beide Seiten profitieren: der Kunde ist flexibler, kann jederzeit spontan die Bestellung aufgeben, braucht nicht auf den Mitarbeiter von Köster warten. Und so spart man eine Anfahrt, kann direkt den Lkw mit Stauden losschicken. Diese Saison wurde der Handscanner das erste Mal von zwölf seiner Kunden eingesetzt.