TASPO GartenMarkt

TASPO GartenMarkt Umfrage: umweltverträglicher Pflanzenschutz im Trend

Mit der Entwicklung neuer Produkte und Wirkstoffe reagiert die Industrie auf die zunehmenden Verschärfungen in der Pflanzenschutzgesetzgebung, insbesondere bei Zulassungsverfahren. Aber auch mit dem Ausweiten des Portfolios in Richtung nicht-zulassungspflichtiger Produkte. Das hat eine aktuelle Umfrage von TASPO GartenMarkt zum Thema Pflanzenschutz ergeben. 

Mit Bio Insekten-frei Neem hat Compo ein Konzentrat aus natürlichen Pflanzenextrakten entwickelt. Foto: Compo

„Für den Fall, dass sich die Zulassungspraxis realitätsfern entwickelt“, will Bayer zudem falls erforderlich seinen Standpunkt deutlich machen, erklärt Markus Frimmersdorf, Vertriebsleiter Gartenlinie.

Neudorff setzt auf umweltschonende Pflanzenschutzprodukte

Den höheren Auflagen und längeren Durchlaufzeiten bei den Behörden stellt sich der Umfrage zufolge auch Neudorff. Parallel arbeitet der Hersteller daran, sein umfangreiches Produktsortiment noch breiter aufzustellen und immer mehr Produkte aufzunehmen, die keiner Zulassung bedürfen. „Natürlich setzen wir aber weiterhin auf umweltschonende Pflanzenschutzprodukte“, ergänzt Sabine Klingelhöfer, Öffentlichkeitsarbeit.

Trotz der zunehmenden Einflussnahme von Umweltorganisationen auf die öffentliche Meinung sehen die von TASPO GartenMarkt befragten Hersteller die Zukunft des Pflanzenschutzes grundsätzlich positiv: Die Pflanzenschutzsaison 2014 verlief sehr gut, berichtet Oliver Trappmann, Leiter internationales Marketing bei Compo. Der Trend gehe dabei zu Produkten mit Wirkstoffen natürlichen Ursprungs.

Bayer bestätigt gute Aussichten für Pflanzenschutz

Markus Frimmersdorf, Vertriebsleiter Gartenlinie Bayer, bestätigt die guten Aussichten für den Pflanzenschutz: „Wir beobachten im Gegenteil einen Trend, bei dem sich auch jüngere Verbraucher in den letzten Jahren verstärkt für Pflanzenpflege und in weiterem Sinne für Gartenthemen interessieren und über kurz oder lang auch zu chemischen oder biologischen Hilfsmitteln greifen.“

Es änderten sich lediglich die Basisanforderungen an moderne Mittel: Sie müssen bequem und einfach in der Anwendung sein, damit ungewollte Umweltschäden von vornherein nach Möglichkeit ausgeschlossen sind. Die Mehrzahl der Hobbygärtner wolle gesundes Obst und Gemüse selbst anbauen, und in vielen Fällen sei das ohne Pflanzenschutzmittel kaum möglich, bestätigt Neudorff die positiven Marktaussichten.

Den Kundenwunsch nach Transparenz bedient der Hersteller mit Information: „Wir kommunizieren sehr ausführlich, welche Wirkstoffe wir verwenden und bieten mit unserem Forum und unserer Facebook-Seite die Möglichkeit der offenen Kommunikation.“

Compo rückt organische Säuren in den Blickpunkt

Insbesondere Glyphosat steht immer wieder in der öffentlichen Diskussion. Als alternatives Totalherbizid rückt Compo organische Säuren in den Blickpunkt, etwa den Wirkstoff Pelargonsäure. Neudorff bietet schon seit Längerem das Finalsan Unkrautfrei oder Finalsan Gierschfrei mit alternativem Wirkstoff an.

Bayer verweist darauf, dass es keine chemische Alternative zu Glyphosat gibt: „Auch wenn Glyphosat häufig öffentlich diskutiert wird, besteht für eine negative Bewertung kein Grund.“ Voraussetzung sei, dass sich Anwender an die sachgemäße Anwendung halten. Auch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) habe Glyphosat, bei der europaweiten Neubewertung des Wirkstoffes, jüngst positiv bewertet. Eine gleichwertige Alternative zu diesem Wirkstoff gebe es derzeit nicht. (rve)

Die komplette Umfrage zum Thema Pflanzenschutz ist in der April-Ausgabe von TASPO GartenMarkt erschienen. Dort lesen Sie unter anderem, wie die befragten Hersteller auf das Verbot bestimmter Neonicotinoide reagiert haben, welche Chancen pflanzenstärkende Mittel haben und welche Anforderungen Verbraucher an Pflanzenschutzmittel stellen.