TASPO GartenMarkt

TASPO-Umfrage zum Herbstgeschäft 2011: Stabile Umsätze und Preise

Stabile Umsätze und Preise: So lässt sich das abgelaufene Herbstgeschäft des grünen Einzelhandels anhand einer aktuellen TASPO-Umfrage zusammenfassen. Befragt wurden 30 Gartencenter, Floristen und Einzelhandelsgärtner in ganz Deutschland. Berauschend sei die Saison dennoch nicht verlaufen, lautet der Tenor. Vielmehr wurde lediglich das durch den frühen Wintereinbruch 2010 bedingte niedrige Niveau des Vorjahres gehalten. 

Bei der Produktpräsentation hatten - wie auch hier bei Meier’s in der Schweiz - klassische Themen die Nase vorn. Foto: Renate Veth

„Diesen Herbst hatte ich ein Umsatzplus von 30 Prozent, 2010 jedoch Einbußen in gleicher Höhe“, zieht ein sächsischer Gartencenter-Besitzer Bilanz. Die generelle Lage in der grünen Branche beurteilt er wie zwei Drittel der Befragten dennoch als zufriedenstellend und räumt dem Herbstumsatz weiteres Entwicklungspotenzial ein. Nach der Frühjahrs- und der Beet- und Balkonpflanzensaison, den stärksten jahreszeitlichen Segmenten mit Anteilen bis zu 50 Prozent am Jahresumsatz, behauptet sich die Herbstsaison mit Anteilen von durchschnittlich einem Viertel auf dem dritten Platz, vor dem bundesweit stark variierenden Weihnachts- und dem eher durchwachsenen Sommergeschäft, das aufgrund der Urlaubszeit im Schnitt lediglich ein Zehntel des Jahresumsatzes ausmacht.

Bei den Produktgruppen waren Callunen Sieger im Herbstgeschäft. „Wir veranstalten 2012 aufgrund der starken Nachfrage zum ersten Mal Heidetage“, ließ ein Gartencenter aus Bayern verlauten. Eriken haben auch in dieser Saison stark gelitten. Bei zwei Einzelhandelsgärtnern in Sachsen und Brandenburg wurden in diesem Segment Umsatzeinbrüche von bis zu 95 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. Drei Gärtnereien in Nordrhein-Westfalen (NRW) und Niedersachsen gaben dagegen an, dass Eriken in ihrem Herbstgeschäft eine ebenso wichtige Rolle spielten wie Callunen.

Eine Verschiebung ließ sich auch bei Stauden beobachten. Bei gut einem Drittel der Gartencenter und Einzelhandelsgärtner verkauften sich in der vergangenen Saison Stauden in großen Größen und insbesondere Rittersporn und Echinacea deutlich besser als klassische Herbststauden-Sortimente. Großer Beliebtheit erfreuten sich bei rund 30 Prozent der Befragten außerdem Rosen, bepflanzte Schalen, Orchideen und Schnittblumen. Sträuße waren vor allem in der Preisklasse bis 20 Euro gefragt, hieß es bei den Floristen, während Sträuße über 20 Euro in der Regel nur auf besondere Bestellung gebunden werden.

Bei der Produktpräsentation hatten im Herbstgeschäft 2011 klassische Themen die Nase vorn. Weil Halloween von vielen Kunden ignoriert oder sogar negativ aufgenommen werde, setzte die grüne Branche im katholisch geprägten Bayern auf Allerheiligen, während eine Gärtnerei im Rheinland eine Ausstellung zu Sankt Martin präsentierte, „damit die Kinder was zum Schauen haben“. Auch bei Materialien zur Grababdeckung griffen in einem bayerischen Gartencenter zwei Drittel der Kunden trotz unkonventionellerer Angebote wie farbigen Steinen oder attraktiv gestalteten Holzplatten zum bewährten Tannenreisig. Der veränderten Bestattungskultur wiederum sind die zum Teil rückläufigen Umsatzzahlen bei den Gedenktagen geschuldet: „Der Trend geht zu Urnenbestattungen, anonymen Grabfeldern, Friedwäldern und Seebestattungen – große Gestecke oder Kränze sind da nicht mehr gefragt“, meinte ein westfälischer Friedhofsgärtner. In Hessen, Baden-Württemberg und Bayern hingegen erwarten viele Einzelhandelsgärtner für 2012 bei den Gedenktagen weiteren Umsatzzuwachs.

Auf großes Interesse stießen regionale Produkte und Gemüse aus eigenem Anbau, während Ware mit FLP- oder FFP-Label vom Kunden kaum verlangt wurde. Entsprechend bietet ein Florist aus NRW gelabelte Blumen nur dann an, „wenn beim Großhändler der Preis stimmt“. Noch geringer ist das Interesse an Bio-Zierpflanzen, die nur bei einem Zehntel der Befragten zum Sortiment gehören und von einem niedersächsischen Gärtner schlicht als „Tüdelkram!“ bezeichnet werden.

Eine energiesparende Gewächshaushülle nutzen 50 Prozent der befragten Gartencenter und Einzelhandelsgärtnereien schon aus eigenem Interesse, um zumindest einen Teil der weiter explodierenden Energiekosten zu sparen. Diese werden von 60 Prozent als größtes Problemfeld für ihr Unternehmen angesehen. Außerdem wird die Konkurrenz durch billigere Anbieter wie Discounter, Supermärkte und Baumärkte als drückend empfunden. „Dort werden Stiefmütterchen für 39 Cent verkauft, mit solchen Preisen kann ich nicht mithalten, wenn ich wenigstens kostendeckend arbeiten will“, erklärt ein Einzelhandelsgärtner aus Rheinland-Pfalz die angespannte Kosten- und Gewinnlage. (ds)