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Tipp: Smart Gardening – Gimmick oder Umsatzchance?

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Das intelligent vernetzte Heim ist in aller Munde – egal, ob Sicherheit, Energiesparen, Beleuchtung und Automatisierung von Verschattung. Auch in der grünen Branche ist das Smart Home-Fieber angekommen. Von automatischer Bewässerung, Düngung über Beleuchtung bis hin zu vollautomatischen Indoor-Gärten – kaum ein Bereich bleibt von der intelligenten Vernetzung verschont. Derzeit gibt es zahlreiche Treiber und Hemmnisse, die die aktuelle Marktentwicklung beeinflussen, erklärt Dr.Johannes Berentzen von Wieselhuber & Partner.

Ist Smart Gardening nur ein Nischenmarkt mit vielen Gimmicks, ein kurzer Trend oder doch eine echte Umsatzchance? Diese Frage beleuchtet Dr. Johannes Berentzen. Foto: Wieselhuber & Partner

Doch die Frage bleibt: Ist Smart Gardening nur ein Nischenmarkt mit vielen Gimmicks, ein kurzer Trend oder doch eine echte Umsatzchance?

Erste Standards für Heimvernetzung bereits vor 15 Jahren

Seit den ersten Standards für Heimvernetzung (zum Beispiel KNX) sind mehr als 15 Jahre vergangen und die letzten Jahre haben gezeigt: Smart Home verkauft sich nicht einfach über das Regal oder Online wie andere Elektronik-Artikel. Der Kunde ist restlos überfordert von dem unübersichtlichen Angebot an Systemen, Standards, Einzellösungen und Produkten. Egal ob er im Elektronikfachmarkt vor einem Regal mit 40 IP-Kameras steht oder sich zwischen zahlreichen Mährobotorn im Gartencenter verloren fühlt: Taucht kein fähiger Berater auf, wird der Kunde frustriert das Geschäft verlassen.

Smart Home: Drei Milliarden Euro Umsatz

Viele Händler haben bisher noch keine gute Lösung gefunden, Smart Home ganzheitlich zu verkaufen. Dazu gehört eine Vorauswahl der Produkte und Standards – „weniger ist mehr“ sollte hier das Motto lauten. Insbesondere scheitert es jedoch an besagter Beratung. Hinzu kommt: Viele Hersteller haben lange Zeit versucht, mit eigenen proprietären Standards ausgehend von ihrem Produktsortiment gesamtheitliche Smart Home-Lösungen anzubieten. Erst seit wenigen Jahren gibt es ein breites Umdenken hin zu offenen Standards und gemeinsamen Lösungen. Der Kunde möchte nicht drei verschiedene Eingabepads, zehn Apps, und vier Smart-Boxen, um ein vermeintlich smartes Home zu bedienen. Im Marktlebenszyklus ist Smart Home deshalb noch relativ am Anfang, mitten in der Wachstumsphase.

Doch 2016 wurden laut GfK in Deutschland bereits mehr als drei Milliarden Euro mit Smart Home-Anwendungen umgesetzt. Bei den derzeitigen jährlichen Wachstumsraten von bis zu 40 Prozent je nach Bereich ist damit zu rechnen, dass sich ein großer, langfristiger Markt auftut.

Smart Gardening: Erfolg nur mit Zusatznutzen, Zahlungsbereitschaft und Beratung

Für die grüne Branche heißt das: Die Produkte mit Smart Home-Features dürfen kein Selbstzweck sein. Wenn kein erkennbarer Zusatznutzen für den Kunden entsteht, zum Beispiel in Form von Erleichterung beim automatisierten Gießen oder Schutz durch Gartenbeleuchtung, dann haben die Produkte nur geringe Erfolgsaussichten. Außerdem muss sowohl eine Zahlungsbereitschaft für den jeweiligen Zusatznutzen als auch eine kompetente Beratung vorhanden sein, sonst stehen die Smart Gardening-Produkte wie Blei im Regal. Vor allem im Dienstleistungsbereich tun sich deshalb viele neue Möglichkeiten auf. Von der Erstberatung im Geschäft oder beim Kunden zuhause, über die richtige Auswahl anhand der Bedürfnisse und Budgets der Kunden, die Installation und Inbetriebnahme vor Ort bis hin zur individuellen Parametrisierung und Einführungsschulung im Anschluss – das alles geht weit über das klassische Regalgeschäft hinaus.

Fazit: Smart Home und Smart Gardening riesige Zukunftsfmärkte

Smart Home ist ein riesiger Zukunftsmarkt und Smart Gardening ein Teil davon. Derzeit gibt es noch keinen einheitlichen Standard, sondern viele Einzellösungen. Das führt zu Unsicherheit und zu Kaufzurückhaltung. Auch fehlt es noch an entsprechender Fachberatung und Marktdurchdringung. Kann dem Kunden ein echter Nutzen vermittelt werden (zum Beispiel intelligente Bewässerung und Rasenpflege im heimischen Garten selbst im Urlaub), dann sind die Produkte keine Gimmiks, sondern haben echte Zukunftschancen.