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toom: bis 2025 nur noch torffreie Erden im Angebot

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In die „Vollen“ geht die Baumarktkette toom in Sachen torffrei. Der Plan: Bis 2025 will das Unternehmen nur noch torffreie Erden im Angebot haben. Auch Pflanzen sollen langfristig torffrei werden.

In fernerer Zukunft soll „torffrei“ bei toom Standard-Anforderung werden. Foto: toom

Kunden bewerten torffreie Erde als mindestens gleich gut

Eigene Marktforschungen des Unternehmens hätten ergeben, dass über die Hälfte der Kunden torffreie Erde als gleich gut oder sogar besser als konventionelle Erde bewerteten, nur sieben Prozent empfanden sie als schlechter. Entsprechend möchte toom auch bei Topfpflanzen den Torfanteil im Substrat immer deutlicher zurückfahren und animiert seine Produzenten dazu, hier experimentierfreudig und mutig zu sein und in kleinen Partien torffreie Produktion auszuprobieren.

Für die fernere Zukunft, so Tobias Theurkauf, Projektmanager Nachhaltigkeit im Einkaufsbereich Pflanze bei toom Baumarkt (Rewe Group), soll „torffrei“ Standard-Anforderung werden. Die Eigenmarke „Pro Planet“ soll hier als Orientierungshilfe auch für Erden und Pflanzen dienen.

Torffreies Pflanzen-Angebot steht und fällt mit Lieferanten

Wie stark das Ganze mit der Unterstützung der Lieferanten steht und fällt, zeigt das Beispiel der torffreien Poinsettien, die toom vor einigen Jahren erfolgreich anbot: Der Produzent hat laut Theurkauf mittlerweile davon Abstand genommen, weil die torffreie Produktion zu aufwendig war.

Gut laufe bei toom bereits der Verkauf von 100 Prozent torffrei kultivierten Anthurien unter der Pro Planet-Marke. Torffreie Callunen nahm der Käufer dagegen nicht so gut an, weil toom laut Theurkauf den Fehler machte, neben der torffreien Ware auch konventionelle, günstigere Callunen anzubieten. Wenn, so folgert der Projektmanager, dann müsse man den konsequenten Weg gehen und ausschließlich torffreie Ware eines Produkts anbieten.

Torffreie Produkte dürfen nicht mehr Arbeit machen

Allerdings, so schränkt Theurkauf ein, müssten die Produkte auch qualitativ überzeugen und entsprechend vorgetestet sein. „Für den Kunden darf es am besten keine Unterschiede im Handling von torffreien Produkten im Vergleich zu konventioneller Ware geben, sie darf nicht mehr Arbeit machen, sonst verkauft sie sich nicht“, ist er überzeugt.

Ist der Kunde denn auch bereit, für torffrei produzierte Pflanzen mehr Geld auszugeben? Die komplette Umstellung von toom auf Fairtrade-Weihnachtssterne im Jahr 2015 habe gezeigt, dass der Kunde bei entsprechender konsequenter Umstellung und genauer Erklärung durchaus bereit sei, hier mitzuziehen und dafür auch mehr Geld auszugeben, so Theurkauf.

Keine Vorgaben für Torfersatzstoffe von toom

Vorgaben, welche Torfersatzstoffe toom in Substraten zulasse, gebe es entgegen anderslautender Gerüchte nicht, auch keinen entsprechenden Anforderungskatalog, um den Gärtnern alle Möglichkeiten des Ausprobierens offen zu lassen.