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Trading-up: Flower Power bei Tchibo

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Verkauft Tchibo in seinen Filialen bald auch Blumen? Diesen Eindruck können zumindest die Anwohner und Passanten in der Langen Reihe im Hamburger Stadtteil St. Georg gewinnen. Dort eröffnete im Mai der erste Concept-Store von Tchibo, eine Filiale in neuem, zeitgeistlichen Design.

Tchibo-Concept-Store in Hamburg. Foto: Martin Hein

Vor der Tür wurde bis tief in den Oktober Bundware angeboten. Geliefert wurden die Bunde von Blume 2000. Die Filialkette gehört wie Tchibo zur Herz-Gruppe und wandelt sich gerade vom Blumen-Bundwaren-Discounter zum Floristik-Fachgeschäft. Bei dieser Transformation könnte es nahe liegen, dass Bundware als Mitnahmeartikel bei Tchibo zukünftig eine Rolle spielt.

Blumen bei Tchibo: „Wir wollen unterschiedliche Dinge ausprobieren.“

„Wir wollen unterschiedliche Dinge ausprobieren“, meint ganz vage Andreas Engelmann, der in der Tchibo-Zentrale mit der Entwicklung des Concept-Stores beschäftigt ist. Ob Blumenbunde zukünftig ins Sortiment aufgenommen werden, will er weder bestätigen noch ausschließen.

Der Tchibo-Concept-Store in der Langen Reihe ist sehr edel gehalten. Grau dominiert, die Präsentationstische bestehen aus unbehandelt erscheinendem Holz mit ebenfalls grauen Metallfüßen – Zeitgeist pur. Die Sortimente (viel Kleidung) sind quantitativ zurückhaltend, so entsteht der Eindruck von Einzelstücken. Es gibt kein Wühltisch-Ambiente, selbst der Schnäppchen-Bereich hinten links vermittelt einen aufgeräumten Charakter.

Blumen bei Tchibo sind ein Blickfang – und preiswert

Ganz eindeutig – die Blumen vor der Tür sind ein Blickfang, sie vermitteln Frische, ihre Farbigkeit zieht die Aufmerksamkeit an. Und sie sind preiswert. Anfang Oktober wurden sechs Gladiolen für 3,99 Euro angeboten, bunte Bauernsträuße kosteten 4,00 Euro, drei Kaprosen 4,99 Euro. Der Concept-Store liegt unmittelbar an einer stark frequentierten Bushaltestelle, ideal für Spontankäufe.

Dieser neue Filial-Typ von Tchibo kommt dem steigenden Qualitätsbewusstsein der Konsumenten entgegen. Im Einzelhandel spricht man von Trading-up, besonders deutlich im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) erkennbar. So versuchen Discounter wie Aldi und Lidl gerade, ihr Arme-Leute-Image abzulegen.

Deutsche Verbraucher werden qualitätsbewusster

Hinter diesem Trading-up, das auch in anderen Konsumgüterbranchen spürbar ist, steckt die Erkenntnis, dass die deutschen Verbraucher qualitätsbewusster werden. Laut Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) machen die an Qualität orientierten „Lohas“ (Lifestyle of Health and Sustainability) nunmehr ein Drittel der Bevölkerung aus. Vornehmlich jüngere Konsumenten – und um die geht es den Konsumgüteranbietern.

Zu den Lieblingsvokabeln der „Lohas“ gehören Nachhaltigkeit (Bio, Regionalität, fairer Handel) kulminiert in dem Wort Frische. Für Frische wiederum steht kein Produkt so sehr wie Blumen. Daher ist das Blumenangebot des Hamburger Concept-Stores von Tchibo nicht nur ein mögliches Zusatzsortiment, sondern kann auch ein wesentlicher Imagefaktor sein. Das gilt für Tchibo – und andere.

Den kompletten Beitrag lesen Sie in der TASPO 42/2016.