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Transfair-Jahresbericht: Fairtrade mit dickem Plus

Mit einem Umsatzplus von 23 Prozent auf 654 Millionen Euro und einem Zuwachs von 34 Prozent bei der gehandelten Menge im Jahr 2013 bleibt Fairtrade in Deutschland auf Erfolgskurs. Darauf verwies der Verein zur Förderung des Fairen Handels mit der „Dritten Welt“ Transfair bei der Vorlage seines Jahresberichtes 2013/2014. Seit zwölf Jahren wächst Fairtrade damit jährlich zweistellig. 

Jede vierte Rose ist inzwischen „fair gehandelt“. Foto: TransFair/Hartmut Fiebig

Wichtige Produktkategorien wie Kaffee, Bananen und Blumen hatten im vergangenen Jahr auf gutem Niveau Zuwächse. Stark entwickeln sich weiterhin faire Rosen. Sie legten laut Transfair sogar um 26 Prozent auf 323 Millionen Stiele zu. „Jede vierte Rose in Deutschland ist fair gehandelt“, sagte Dieter Overath, Geschäftsführer von Transfair. Diese Zahl bezieht sich nach Aussage von Transfer gegenüber der TASPO auf den Gesamtmarkt an Schnittrosen in Deutschland.

Wie aus dem Jahresbericht hervorgeht, wurden 2013 bei Fairtrade-Blumen insgesamt 323.799.000 Stiele (plus 26 Prozent) abgesetzt, die einen Umsatz von 103.322.000 Euro (plus 27 Prozent) erzielten. Aus ihnen resultierte eine Prämie von 1.667.000 Euro. Den Löwenanteil mit rund 99 Prozent machten Fairtrade-Rosen aus. Laut Transfair trug bei ihnen die gute Sichtbarkeit und hohe Verbreitung zum Erfolg bei. Fairtrade-Rosen seien erhältlich bei 22.000 Lebensmitteleinzelhändlern und 1.300 Blumengeschäften, darunter gut 1.000 Floristen.

Das Traditionsprodukt des Fairen Handels blieb weiterhin Kaffee mit einem Anteil von 44 Prozent am Gesamtumsatz von Fairtrade in Deutschland. Gleich an zweiter Stelle folgen Blumen mit 16 Prozent, danach Fresh-Fruit mit neun Prozent und Textilien sowie Eiscreme mit jeweils acht Prozent.

Die Vielfalt der Fairtrade-Produkte steigt rasant, heißt es weiter. Die Fair-trade-Sortimente bekannter Marken und Handelseigenmarken würden konsequent ausgebaut. Inzwischen bieten rund 280 Firmen über 4.000 fair gehandelte Produkte an. Der Bioanteil liegt bei 65 Prozent. Mit gut 11.000 Tonnen (plus 20 Prozent) bleibt Kaffee wichtiger Erfolgsfaktor. Die Bananen-Verkäufe stiegen um 50 Prozent auf knapp 32.000 Tonnen.

Bei Fairtrade hat sich Deutschland laut Overath zum Land mit dem stärksten Wachstum entwickelt. Der deutsche Markt trage erheblich zum Erfolg des Fairen Handels bei, heißt es auch im Jahresbericht. Eine Grundvoraussetzung, damit Fairtrade vor Ort seine Wirkung entfalten kann, sind laut Overath Marktzugänge und relevante Absätze.

„Die Fairtrade-Bewegung entwickelt sich im Sinne der Produzentenorganisationen weiter“, führte Transfair-Vorsitzender Heinz Fuchs weiter aus. Laut Jahresbericht wurde im Januar 2013 der neue Standard für lohnabhängige Beschäftigte unter anderem für die Produktbereiche Blumen und Pflanzen, frische Früchte, Tee und Kräuter veröffentlicht. Er enthält beispielsweise eine stärkere Verpflichtung zum Recht auf Vereinigungsfreiheit der Arbeiter und ermöglicht der Arbeiterschaft alleinige Entscheidungsbefugnis über die Verwendung der Fairtrade-Prämie. Ein wesentlicher Punkt sind auch existenzsichernde Mindestlöhne, die Transfair nun in verschiedenen Ländern ermitteln will, um das Lohnniveau schrittweise darauf anzupassen. Der neue Plantagenstandard sei auch Vorlage für das nächste große Projekt, die Entwicklung eines Textilstandards.

Für das laufende Jahr weist Transfair auf verschiedene größere Aktionen hin. Bis 2. Juni läuft die Fairtrade-Frühstücksaktion mit Produkten des globalen Südens zum Frühstück, unterstützt durch Schauspieler Benno Fürmann. In rund 250 Fairtrade Towns und in über 50 Fairtrade-Schools finden öffentliche Aktionen statt. Am 19. Mai soll die Universität des Saarlandes in Saarbrücken als erste „Fairtrade University“ Deutschlands ausgezeichnet werden. Vom 12. bis 26. September findet die Faire Woche statt mit einem „Banana-Day“ am 26. September als Highlight. (hlw)