UMK: weniger Verpackung bei Obst und Gemüse

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Einwegverpackungen aus Plastik sollen bei Obst und Gemüse aus den Regalen verschwinden. Symbolfoto: AlbanyColley/ Pixabay

In der vergangenen Woche kamen die Umweltminister und -Senatoren der Länder und des Bundes zur Konferenz zusammen und berieten sich unter anderem zu Verpackungslösungen für Obst und Gemüse. Vor dem Hintergrund der Abfallvermeidung und Nachhaltigkeit solle nun geprüft werden, inwiefern der Bund hier Regelungen vorschreiben kann. Der Zentralverband Gartenbau warnte unterdessen vor zu schnellen Entscheidungen.

Umweltministerkonferenz als konstruktiv und lösungsorientiert

Für drei Tage trafen sich die Umweltressorts der Bundesländer gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium im Rahmen der Umweltministerkonferenz (UMK), um virtuell über zentrale umweltpolitische Themen zu diskutieren und Beschlüsse zu fassen. Unter Vorsitz von Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus stand auch das Thema Abfallvermeidung auf dem Plan. „Die Verhandlungen sind konstruktiv und lösungsorientiert verlaufen. Die Bundesländer und der Bund haben in allen 32 Tagesordnungspunkte eine Einigung erzielen können“, sagte Backhaus. Beim Thema Abfallvermeidung sei laut UMK der Bund nun gefordert, entsprechende Regeln vorzuschreiben, die beispielsweise bei Obst und Gemüse verpackungsarme und kunststofffreie Lösungen vorsehen. Auch die Verwendung nicht biologisch abbaubarer Obst- und Gemüseaufkleber sowie Klebstoffe solle in diesem Zuge vermieden werden.

„Einweg kein Zeichen einer modernen Gesellschaft“

„Der Schutz unserer Umwelt und die Schonung unserer natürlichen Ressourcen ist zentral für einen nachhaltigen Zukunftspfad unseres Planeten. […] Hierzu haben wir heute den Bund aufgefordert, durch entsprechende Regelungen Hersteller von Einwegkunststoffprodukten an den Kosten der Reinigung und Entsorgung zu beteiligen. Die Verlagerung der Kosten nicht umweltgerechter oder nicht recycelfähiger Produkte auf die Allgemeinheit muss ein Ende haben. Hier brauchen wir eine konsequente Umsetzung des Verursacherprinzips bzw. eine sichtbare gemeinsame Verantwortung. Einwegprodukte und achtlos entsorgte Verpackungen sind kein Zeichen einer modernen nachhaltigen Gesellschaft. Diese muss sich durch Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft auszeichnen“, betonte die nordrhein-westfälische Umweltministerin Ursula Heinen-Esser hierzu.

Differenzierte Betrachtungsweise gefordert

Auf Seiten des ZVG sieht man die Beschlüsse der UMK zu Verpackungen zwiegespalten.  „Verpackungen bei frischem Obst und Gemüse haben wichtige Funktionen“, verdeutlicht ZVG-Generalsekretär Bertram Fleischer. Neben einer längeren Haltbarkeit spielt auch der Faktor Hygiene dabei eine wichtige Rolle. Zudem seien Verpackung und Etikettierung bei der Nachverfolgung von Produkten ein zentraler Baustein. Dennoch sieht der ZVG die Reduzierung von Verpackungsmüll als unterstützenswert an und verweist auf vielversprechende Ansätze in der Branche, beispielsweise mit kompostierbaren Stickern mit Strichcodes, Papier-Banderolen oder Brandings. Dennoch müsse man die Reduzierung des Verpackungsmaterials von der Art der Ware abhängig machen und zudem auch Umweltfaktoren der alternativen Materialien mit einbeziehen.