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Uni Wageningen testet erstmals Ernteroboter für Paprika

Erstmals getestet hat die Universität Wageningen im April dieses Jahres den Prototyp eines Ernteroboters für Paprika. Das Forschungsprojekt Crops (Intelligent sensing and manipulation for sustainable production and harvesting of high value crops, clever robots for crops) leitet die holländische Universität Wageningen. 14 Projektpartner aus Europa, Israel und Chile sind beteiligt, etwa die TU München.

In den ersten 18 Monaten des Projekts haben die europäischen Projektpartner die Wünsche und Anforderungen für ein solches System erstellt, und Module für den Prototyp entwickelt und getestet. Diese Module wurden nun in Wageningen zusammengefügt.

Das wichtigste Bauteil, der Manipulator (Roboterarm), ist vom Institut für Angewandte Mechanik der Technischen Universität München entwickelt worden. Jentjens Machinetechniek (NL-Veghel) hat die Trägerplattform gebaut, um den Roboterarm im Gewächshaus zu bewegen. Das deutsche Unternehmen Festo entwickelte drei verschiedene spezielle Greifer, um Paprikagemüse zu pflücken. Außerdem entwickelte die Firma Greifer zum ernten von Äpfeln und Trauben. Die Trauben-Greifer wurden im März dieses Jahres in Chile getestet.

Unter der Leitung des Instituts für Informatik an der Universität Umea (Schweden) wurden die erste Steuer-Software gemeinsam montiert. Die nächsten Schritte sind Systemtests unter Realbedingungen und die Integration von Sensoren und Intelligenz zum Erkennen und Lokalisieren von Obst und Hindernissen.

Crops konzentriert sich auf eine neue Technik für Sensoren, Roboterarme, Greifer und künstlicher Intelligenz, für den Einsatz in verschiedenen Anwendungen in der Landwirtschaft.

Über die Ziele des Projekts ist auf der Seite der TU München zu lesen:

Das Projektziel von Crops ist die Entwicklung einer leicht konfigurierbaren und modularen Trägerplattform mit Manipulatoren und „intelligenten“ Systemkomponenten (Sensoren, Algorithmen, Sprühköpfe, Greifer), die anwendungsspezifisch auf die Plattform aufgesetzt werden können und somit den Einsatz in einem breiten Anwendungsbereich ermöglichen.

Sowohl die Erarbeitung von wissenschaftlichem Know-How, als auch die Entwicklung von Demonstratoren zur Verarbeitung von hochwertigen Früchten aus Gewächshäusern, Obstplantagen und Trauben für erstklassigen Wein sind wesentliche Ziele des Projekts. Das geplante System soll sowohl das gezielt Besprühen als auch das selektive Ernten von Früchten ermöglichen.

Die europäische Kommission fördert das Projekt.

Mehr Infos über das Projekt gibt es unter www.crops-robot.eu oder bei der TU München.

Weitere Infos bei Jochen Hemming per E-Mail: jochen.hemming(at)wur.nl