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Unkrautvernichter: Glyphosat bald verboten?

Österreichs führende, unabhängige Umweltschutzorganisation hat in 13 Gartencentern, Baumärkten, Lagerhallen und Gärtnereien Testkäufe durchgeführt. Neun Verkaufsstellen empfahlen glyphosathaltige Unkrautvernichter. Kritikpunkt der Organisation: der Wirkstoff war zuvor von der WHO als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft worden.

Oft bauen Unkrautvernichter auf den Wirkstoff Glyphosat. Das Mittel sollte nach Ansicht von Global 2000 verboten werden. Foto: Global 2000

Glyphosat: Studie der WHO und IARC legt Krebsrisiko nahe

Die Warnung, dass der Wirkstoff Glyphosat wahrscheinlich krebserregend sein könnte, wurde von der Weltgesundheits-Organisation (WHO) am 20. März ausgesprochen. Sie hatte im Vorfeld eine Studie mit der Internationalen Agentur für Krebsforschung durchgeführt. Zwei Wochen nach der Warnung habe Global 2000 laut Presseinformation Testkäufer in 13 Gartencenter, Baumärkte, Gärtnereien und Lagerhäusern im Großraum Wien Testkäufe geschickt.

Zu leicht Empfehlung für Mittel mit Glyphosat ausgesprochen

Das Ergebnis: Zu leicht spräche das Verkaufspersonal eine Empfehlung für Unkrautvernichtungsmittel aus, die auf den Wirkstoff Glyphosat bauen. Trotz der Warnung der WHO Vor allem Hobbygärtner benutzten die Produktpalette aus insgesamt 41 Mitteln gerne. Das österreichische Unternehmen bellaflora, das 21 Filialen betreibt, habe hier vorbildlich gehandelt und alle Produkte für die Hobbyschiene aus dem Sortiment genommen. 

Global 2000 für EU-weites Verbot von Glyphosat

Global 2000 tritt nun für ein EU-weites Verbot des Wirkstoffes ein. Außerdem sollen Händler und Erzeuger das Produkt schon vorher freiwillig aus dem eigenen Bestand entfernen. Zur Einordnung: 2012 wurden in Deutschland laut Umweltbundesamt 6.000 Tonnen Glyphosat eingesetzt. Im Internet sind Glyphosathaltige Mittel von Deutschen Anbietern noch zu Dutzenden erhältlich. Offiziell ist der Wirkstoff als unbedenklich eingestuft. (ts)