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VDG kooperiert mit Pillnitz – Download: Pillnitzer Obstsortenbroschüre

Pillnitzer Obstsorten halten vermehrt Einzug in den Freizeitgartenbau. Das ist das erklärte Ziel des Gemeinschaftsprojektes zwischen dem Institut für Züchtungsforschung an gartenbaulichen Kulturen und Obst des JKI (Julius Kühn-Institut) in Dresden-Pillnitz, dem Verband Deutscher Garten-Center (VDG) und dem Bund deutscher Baumschulen (BdB). Bereits seit mehreren Jahren laufen die Gespräche mit dem Ziel, die Pillnitzer Obstsorten einem breiteren Publikum als bisher zugänglich zu machen. 

Pillnitzer Obstsorten sind für ihre resistenten Eigenschaften bekannt. Sie werden in erster Linie für den Erwerbsobstbau gezüchtet. Bekannt und geschätzt sind die Pi- und Re- Sorten auch im Freizeitgartenbau, doch fanden sie dort bislang keinen größeren Eingang.

Bei der Züchtung entstehen Sorten, die vortreffliche Eigenschaften für den Hobby-Anbau haben, sich aber für den Erwerbsanbau nicht eignen. Die Züchtungsziele für Freizeit- und Erwerbsobstbau stehen sich bekanntlich in einigen wesentlichen Punkten entgegen: Der Freizeitgärtner legt etwa Wert auf eine sukzessive Reife, während der Erwerbsobstbau den Baum an einem bestimmten Zeitpunkt komplett abernten möchte. Nun bewegte das JKI schon länger die Frage, was tun mit den „ausgemusterten“ Sorten? Gartenbaumschulen und Gartencenter waren wie auch der Bund deutscher Baumschulen eingeladen, sich als Abnehmer und Produzent dieser aus Sicht des Freizeitgartenbaus guten Sorten zu engagieren.

Das nicht ohne Risiko: Produzenten mussten gefunden, Abnahmemengen geklärt werden. Auf der anderen Seite die Chance, sich mit besonderen Obstsorten von dem normalen Angebot abheben zu können. Diese Aussicht überzeugte den Verband Deutscher GartenCenter als einer der geladenen potenziellen Partner. Nach mehrfachen Besuchen in Pillnitz – der Kontakt besteht seit 2010 – entschied sich der VDG für zwei Apfel- und zwei Kirschsorten, erwarb ein dreijähriges Exklusiv-Vertriebsrecht dafür. ‘Recarda’, ‘Recolor’ sowie ‘Jachim’ und ‘Coralin’ werden nun in das LaVerda-Programm des VDG unter dem Namen „Obstwiese“ aufgenommen. Das Vermehrungsrecht für diese Sorten erwarben zwei sächsische Baumschulen. Beide produzieren nun die beiden Sorten drei Jahre lang für den VDG. 2013 soll die erste verkaufsfertige Ware zur Verfügung stehen. Danach stehen sie auch anderen Abnehmern zur Verfügung. (rve)

Den vollständigen Artikel können Sie in der aktuellen TASPO Ausgabe 06/2012 lesen.

Auf der Homepage des JKI Dresden-Pillnitz steht außerdem die Pillnitzer Obstsortenbroschüre als PDF-Datei zum Download bereit. Sie enthält neben dem Steckbrief Züchter, Herkunft, Sortenschutzinhaber und sonstige Details zu den Pillnitzer Sorten.