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Verbundprojekt: klimafreundlicher Salat aus dem Niedrigenergiegewächshaus

Salat wird in den kühlen Monaten in Deutschland in Gewächshäusern angebaut, die im Allgemeinen sehr viel Energie verbrauchen. Angesichts steigender Preise für fossile Brennstoffe und des zunehmenden Bewusstseins der Konsumenten für die ökologischen Auswirkungen der Nahrungsmittelproduktion, werden im ZINEG-Projekt (ZukunftsInitiative NiedrigEnergieGewächshaus) neue Ansätze für einen energiesparenderen, klimafreundlicheren Betrieb entwickelt. 

Durch den Einsatz transparenter Tages-Energieschirme könnten Gartenbaubetriebe etwa in kühlen Jahreszeiten viel Heizenergie sparen, weil die Gewächshäuser besser isoliert wären. Allerdings verringert ein solcher Schirm trotz seiner Transparenz die für die Pflanzen verfügbare photosynthetisch aktive Strahlung (PAR). Dies kann zu Ertragseinbußen führen, aber auch die Inhaltsstoffe verändern.

Als Teil des ZINEG-Projektes wurden die Auswirkungen verringerter PAR auf Wachstum und Polyphenolgehalt von rotem Blattsalat in einem Experiment näher untersucht. Die Konzentration an Polyphenolen ist im Salat zwar geringer als beispielsweise in Zwiebeln, Grünkohl oder Rotwein. Allerdings wird er in Mitteleuropa meist roh und in großen Mengen verzehrt und ist dadurch eine sehr gute Quelle für bestimmte Phenolsäuren.

In Klimakammern wurden Salatpflanzen für vier Wochen bei PAR-Intensitäten von 410 beziehungsweise 225 µmol m-2 s-1 (unschattiert beziehungsweise schattiert) angebaut. Zusätzlich wurde ein Teil der Pflanzen nach der Hälfte der Anbauzeit zwischen den Varianten ausgetauscht. Interessanterweise waren keine signifikanten Unterschiede bezüglich des Kopfgewichtes oder der Polyphenolkonzentration zu finden zwischen Pflanzen, die nur die letzten zwei Wochen unschattiert wuchsen und solchen, die die ganze Zeit nicht schattiert wurden.

Diese Ergebnisse legen nahe, dass während früher Anbauphasen von Salat Energieschirme ohne Ertragseinbußen oder Verlust an Polyphenolen verwendet werden können. Bevor diese Empfehlungen in die Praxis gegeben werden können, müssen sie allerdings unter produktionsnahen Bedingungen im Gewächshaus validiert werden.

Phenolsäuren und Flavonoide schützen Pflanzen vor allem gegen Lichtschäden: Sie absorbieren UV-Strahlung, die andernfalls schädigend wirken könnte. Studien berichten, dass sich diese schützende Wirkung nicht nur in Pflanzen sondern auch im Menschen entfalten kann, wenn Polyphenole über die Nahrung aufgenommen werden. Besonders rote Blattsalate enthalten Polyphenole. Flavonoide (Quercetin-, Luteolin und Cyanidinglykoside) und Phenolsäuren (Kaffeesäure-Verbindungen) sind Vertreter dieser gesundheitsförderlichen Substanzklasse.

Wie hoch die Konzentration an Polyphenolen im Obst und Gemüse ist, hängt vor allem von der Art und der Sorte und ihrem genetischen Potenzial ab. Am Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau Großbeeren (IGZ) wurden sechs verschiedene Salatsorten im Gewächshaus angebaut und deren Polyphenolgehalt analysiert. Dabei zeigte sich, dass rote Sorten einen höheren Gehalt haben als Grüne. Während bei den grünen Sorten die Phenolsäuren dominieren, enthalten die roten Sorten Flavonoidglykoside und Phenolsäuren etwa zu gleichen Teilen. (zineg)