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Verkaufsgewächshäuser: Bauten für Gartencenter im Blick

Die Auftragslage sei derzeit recht gut. Anbieter von Verkaufsgewächshäusern sagten dies auf der IPM ziemlich unisono. Sie wiesen auch auf einige interessante Projekte hin. Technische Neuheiten machten an diesen Ständen dagegen nicht von sich reden. 

Auf die Wärmedämmung kommt es an: neues Profil bei Siedenburger. Foto: Hanselmann

Nach guter Auslastung im Jahr 2011 folgten ein eher mäßiges erstes Halbjahr 2012 sowie deutliche Verbesserung im zweiten Halbjahr 2012: „Daher gehen wir mit großen Erwartungen ins Jahr 2013“, sagt Thorsten Fojtzik. Der Eigentümer und Geschäftsführer der Plonka GmbH freut sich über einen hohen Auftragsbestand. Dies sei zum Teil darauf zurückzuführen, dass es bei einigen der schon im Jahr 2012 geplanten Bauvorhaben leichte Verzögerungen bei der Baugenehmigung gegeben habe.

Fojtzik hob den Trend zu energieeffizienten Bauweisen hervor: „Wir sind mittlerweile bei Dreifachverglasung der Stehwände angekommen!“ Bei Plonka machen die Bauten für Baumärkte den Löwenanteil, diejenigen für Gärtnereien etwa ein Drittel der Verkaufsgewächshaus-Projekte aus. Das Interesse der Gärtnerkunden und inhabergeführten Gartencenter an Verkaufsgewächshaus-Neubauten nimmt nach Angabe von Fojtzik zu. Etwa 15 bis 20 Prozent des Auftragsvolumens betreffen Stahlbauten für die Industrie.

Verbesserungen beim Versand und bei der internen Logistik sind das Ziel einer eigenen größeren Investition: Im Jahr 2013 steht am Standort der Firma Plonka in Salzkotten der Bau einer neuen Logistikhalle an.

„Eigentlich ganz positiv“ – so beantwortet Jens Riemer die Frage zur Verkaufsgewächshaus-Nachfrage 2012. Der Geschäftsführer von Siedenburger Stahl- und Glasbau aus Rahden hob ebenfalls die Nachfragebelebung in der zweiten Jahreshälfte hervor. Im Gegensatz zu den meisten anderen deutschen Verkaufsgewächshaus-Anbietern hat Siedenburger ein eigenes Profilsystem. Hier gibt es jetzt eine Gliederung in drei Segmente:

  • unisoliert,
  • gut isoliert (Zweifachverglasung),
  • besonders gut isoliert (Dreifachverglasung, für Stehwände).

Zum letzten Punkt wurde die neue Profilreihe Ecolite Plus anhand eines Modells vorgestellt. Laut einer Firmenmitteilung aus Rahden ermöglichen die verbesserte hochisolierte 400 Millimeter-Sandwichrinne und die 36 Millimeter-Dreifachverglasung einen gesamten Ucw-Wert der Fassade von 1,0 W/m2K. Am Stand von Siedenburger wurden auch mehrere Projekte angesprochen. Genannt sei eine Anlage in Neumünster, wobei Photovoltaik-Dünnschichtmodule an den Stehwänden integriert sind.

Nur wenig Nachfrage im Frühjahr 2012, ab Sommer dann stark zunehmendes Interesse an Neubauten! Insgesamt sei die Bereitschaft, in neue Verkaufsanlagen zu investieren, nach wie vor sehr stark. Karl-Georg Bärlin, Geschäftsführer vom Schorndorfer und damit deutschen Standort des Südtiroler Gewächshausherstellers Rabensteiner (I-Brixen), merkte dies an. Mit Mehraufträgen in Deutschland und Österreich habe die aktuell geringe Nachfrage aus Italien mehr als ausgeglichen werden können. Einige Projekte gebe es auch in osteuropäischen Ländern.

Das im Frühjahr 2012 von Rabensteiner introduzierte Modulo Azzuro-System wurde nach Angabe Bärlins in mehreren Projekten in die Praxis umgesetzt, beispielsweise in der Staudengärtnerei Gaissmayer in Illertissen. Das als „Klimahaus“ titulierte Modulo Azzuro ist vor allem als temporärer Witterungsschutz in Baumschulen, Staudengärtnereien und Gartencentern konzipiert. Zur Bedachung dient das QLS abri-Gewebe von Svensson mit 85 Prozent Lichtdurchlässigkeit (78 Prozent bei bedecktem Himmel!). Das Dach lässt sich mit einem Schubstangensystem vollständig öffnen, und zwar von Binder zu Binder.

Eines der interessantesten Gartencenter-Projekte Rabensteiners wird aktuell im Gartencenter George in Eschwege realisiert. Hier werden eine Breitschiffanlage aus dem Jahr 1999 und ein Venlo-Gewächshausblock aus dem Jahr 2006 um weitere Bauten ergänzt. Mit besonderen Portalen bekommt die Verkaufsanlage ein neues Erscheinungsbild und ein „neues gesamtheitliches Äußeres“.

Hofläden zählen eigentlich nicht zum Tätigkeitsbereich Rabensteiners. Hingewiesen wurde aber auf die Planung eines Projektes im Remstal, wobei landwirtschaftlicher Hofladen und gärtnerischer Verkauf kombiniert werden. (eh)