TASPO GartenMarkt

Von der IPM: Biomasse als Alternative zum Öl und Gas

"Heizen mit Weizen!" Der Spruch auf den Plakaten am Stand von Deutsche Kornkraft GmbH aus Dortmund bezieht sich nicht allein auf Weizen, sondern aufs Verbrennen von Getreide generell. Mehr als in früheren Jahren kam auf der IPM zusätzlich zur Holzfeuerung diesmal auch die Getreideheizung zur Sprache. Die betreffenden Kessel sind allerdings vorrangig auf Holzhackschnitzel und Holzpellets ausgelegt. Sie sollen zusätzlich Getreide verbrennen können. So hat die Firma Goumans aus Straelen jetzt auch "Biomasse-Heizkessel für Getreide, Holzpellets und Hackschnitzel" im Programm. Es handelt sich um Kessel aus der Compact-Serie von Passat Energi aus Dänemark (Internet: www.passat.dk). Für Gartenbaubetriebe kommen hierbei der C 11 und der C 16 infrage. Die Leistung des C 11 wurde auf 130 Kilowatt bei Verfeuerung von Holzpellets und 158 Kilowatt bei Verfeuerung von Getreide beziffert. Der C 16 hat folgende Leistungsdaten: 185 Kilowatt bei Holzpellets, 158 Kilowatt bei Getreide. Die Magazine fassen jeweils 600 bis 1000 Liter. Der Brennstoff wird über einen mechanischen Schubboden in die Brennkammer eingebracht. Die Brennkammer ist aus rostfreiem Edelstahl hergestellt. Der Aschekasten kann entleert werden, während der Kessel in Betrieb ist. Die PLC-Steuerung dient dazu, kontrollierte und effiziente Verbrennung sicherzustellen.

Optional kann unter anderem ein "Drosselsatz" eingebaut werden. Dies hat nichts mit der betreffenden Vogelart zu tun, sondern dient zum Reduzieren der Kesselleistung bei niedrigerem Wärmebedarf. Auch automatische Aschenentnahme, wobei ein Schneckensystem die Asche in einen Aschenbehälter transportiert, lässt sich optional ergänzen.Heinz Goumans sieht den Einsatzbereich dieses Kesseltyps vor allem für die Holzheizung. Wird Getreide mit verarbeitet, sind zusätzliche Filter nötig.h

Wie Klaus Förster, Geschäftsführer von Deutsche Kornkraft, erwähnte, lassen sich mit kombinierten Holz- und Getreideheizungen durchaus feuerungstechnische Wirkungsgrade von etwa 90 Prozent erreichen. Die maximal erlaubten Emissionswerte würden mit Hilfe von Zyklon und Staubfilter eingehalten. Dies sei durchaus Standard.

Von Kompakten und Flexiblen

Um Holzkessel mit Rostfeuerung ging es dagegen am Stand der Firma WVT aus Overath-Untereschbach. Sie stellte zwei Kesseltypen aus der Palette von Bioflamm Feuerungstechnik heraus, nämlich "Die Kompakten" und "Die Flexiblen".

"Die Kompakten" sind Holzkessel mit Integralfeuerung, angeboten für Leistungsbereiche von 116 bis 2 200 Kilowatt. Der Vorschubrost ist in den Kessel integriert.

Bei der Typenreihe TR-B ("Die Flexiblen") handelt es sich um Kessel mit Traversalrost-Feuerung. Die Roste aus Spezialguss sind hier waagerecht gelagert. Unter Zugabe von Primärluft entgast das auf dem Rost befindliche Material. Es wird am Übergang in den Flammraum des Kessels durch gezielte Sekundärluftzugabe ausgebrannt.

Die Kessel mit Traversalrost-Feuerung haben einen höheren Platzbedarf als diejenigen mit Integralfeuerung. Sie haben aber Vorteile, wenn unterschiedliche Holzqualitäten anfallen, zeitweise auch relativ nasses Holz. Die Rostfläche ist größer als bei der Integralfeuerung.

Referenzprojekte in Deutschland

Der österreichische Heizanlagen-Lieferant Binder ("Wärme aus Biomasse") stellte auf der IPM diesmal diverse Referenzprojekte aus Gartenbaubetrieben heraus. Genannt wurden unter anderem die Anlagen bei

- Begonien Rieger in Altdorf (Feuerung von Holzpeletts, Retortenfeuerung mit Stokerschnecke; 10000 Quadratmeter Hochglas).

- Firma Engels in Pulheim (26000 Quadratmeter Gewächshausanlage; Schubrostfeuerung für Grobhackgut und anderes Holz).

- Gärtnerei Kern in Mömbris (Unterschubrostfeuerung; das Hackgut stammt zum großen Teil aus der Landschaftspflege-Tätigkeit dieses Gartenbaubetriebs).

- Gartenbau Fethke in Seulingen (Produktion von Tomaten, Topf- und Beetpflanzen; Holzhackschnitzelanlage für Hackgut aus der Region; Schubrostfeuerung mit Schneckenbeschickung).

Wie Marketingleiter Heinrich Schönmaier erwähnte, kann das in Bärnbach ansässige österreichische Unternehmen seine Schubrostkessel jetzt in Leistungsbereichen von 250 Kilowatt bis fünf Megawatt anbieten.

Mehr zum Thema Wärme, Heizen und über die dazu notwendige Technik liefern Ihnen die TASPO-Highlights in Ausgabe 8/06.