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Von Russland angekündigtes Importverbot für Pflanzen ist vom Tisch

Die Russische Föderation setzt ihren angedrohten Importstopp für Pflanzen mit Wurzelballen aus der EU nicht durch. Angaben des niederländischen Vakblad voor de Bloemisterij vom 23. August zufolge hat der russische Pflanzenschutzdienst Rosselkhoznadzor mitgeteilt, kein Importverbot zu verhängen. Russland habe erkannt, dass die wirtschaftlichen Folgen eines EU-weiten Importstopps enorm wären. 

Auch ballierte Bäume aus Deutschland wären vom Importstopp Russlands betroffen gewesen .Foto: PdM

Zuvor hatte Russland angekündigt, ab dem 1. September dieses Jahres den Import für bewurzelte Pflanzen aus der EU zu stoppen. Dies bestätigten das niederländische Ministerium EL&I (Economische Zaken, Landbouw en innovatie) und der niederländische Pflanzenschutzdienst auf Nachfrage der TASPO.

Grund für das angedrohte Importverbot ist ein ungelöstes Pflanzenschutz-Abkommen zwischen Russland und der EU über den gegenseitigen Export von Pflanzen mit Wurzelballen. Russland hatte den Importstopp ab dem 1. September angekündigt, wenn bis dahin die Diskussion um das Papier nicht gelöst sei. Dies bestätigte das Ministerium EL&I.

Nach Ansicht der Europäischen Kommission sei das Drohen mit dem Importstopp ein Druckmittel für die Verhandlungen, berichtet das Vakblad. Weiter heißt es, die Russen wollten das Abkommen auf andere Zierpflanzen ausgeweitet sehen, für die zurzeit ein Exportverbot von russischer Seite aus gelte. Zudem wolle Russland in europäischen Betrieben Pflanzenschutz-Kontrollen durchführen, bevor diese Pflanzenware nach Russland exportieren. Damit sei die Europäische Kommission jedoch nicht einverstanden.

Die EU-Kommission begrüßt die Entscheidung Russland und hält sich bereit, um mit der Russischen Föderation weitere Verhandlungen über die Kontrolle von Pflanzengesundheit aufzunehmen, so die Angaben der Pressestelle der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland. 

Weiterhin sei der Kommission bislang kein neuerlicher Fall bekannt, bei dem Pflanzen mit schädlichen Orgnismen aus der EU nach Russland eingeführt wurden. 

Beim Handel mit in Erde eingebetteten Pflanzen dauern die Verhandlungen zwischen der EU und Russland noch an, so die Angabe der Kommission. Die EU strebt hierbei ein Memonrandum of Understanding an.

Im Raum steht zudem der Beitritt zur Welthandelsorganisation WTO, auf den Russland noch in diesem Jahr hofft.

Vom Importverbot betroffen gewesen wären: bewurzelte Stecklinge, Topfpflanzen und Stecklinge mit oder ohne Wachstumsmedium sowie wurzelnackte oder ballierte Bäume und Sträucher aus dem Gewächshaus oder Freiland.

Nicht betroffen worden wären: Blumenzwiebeln, Wurzelstöcke, Pflanzkartoffeln, Saatgut und andere Pflanzenteile ohne Wurzeln. So die Angaben des niederländischen Handelsverbundes Anthos unter Berufung auf Informationen der Behörde für Lebensmittel- und Produktsicherheit (nVWA).

(Roman Höfers)