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Weihnachtsgeschäft: Erst zäh, dann Einkaufsrallye

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Erst viele Zweifel, dann große Erleichterung: So lautet das Fazit der TASPO-Umfrage zum Weihnachtsgeschäft der Blumengroßmärkte. Noch zu Beginn der Weihnachtswoche herrschte Skepsis über den Geschäftsverlauf.

Das Weihnachtsgeschäft lief auf den Blumengroßmärkten erst zögerlich an, kam dann aber doch noch auf Touren. Foto: Adele Marschner, Stefan Albrecht/BGM Hamburg

„Mäßig“ (Klaus Bengtsson für Hamburg), „ruhig“ (Reiner Wilk für Frankfurt am Main), „eher zäh“ (Hans-Georg Biller für Mannheim), „mit einem blauen Auge davon gekommen“ (Herbert Kettermann für Dortmund) – so erste Einschätzungen.

Blumengroßmarkt Köln: mehr Umsatz als im Vorjahr

Auch Raimund Korbmacher vom BGM Köln war noch fünf Tage vor Heiligabend skeptisch. Doch dann kam die Überraschung. Der BGM Köln (dort liegen genaue Umsatzzahlen vor) konnte vom 11. bis 23. Dezember den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 1,55 Prozent steigern. Und schon das Weihnachtsgeschäft 2016 konnte sich sehen lassen.

Was zeigt: „Gefühlte“ Einschätzungen können täuschen, und es gab vor Heiligabend noch eine regelrechte Einkaufsrallye. „Die letzten Tage entwickelten sich sehr gut, fast alle Anbieter bewerteten das Weihnachtsgeschäft als gut“ – diese Einschätzung teilt Wilk mit anderen Blumengroßmärkten.

Schwerer Start für Poinsettien

Problematisch liefen die Umsätze bei den Weihnachtssternen an. Die Preise begannen früh zu purzeln, da viel Ware auf dem Markt war. „Durch den Wechselkurs zum britischen Pfund wurden weniger Sterne nach England exportiert. Ein großer Teil der Ware kam dann auf den deutschen Markt“, erklärt Biller. Doch die Krise geht tiefer. „Das Massenangebot des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) hat den Weihnachtsstern verhunzt“, ist Korbmacher überzeugt.

Doch am 23. Dezember dann auch bei den Weihnachtssternen die Überraschung: „Ich hätte es nicht geglaubt, doch am Ende gab es keine Sterne mehr“, resümiert Felix Glück vom BGM in Karlsruhe. Ähnliche Ergebnisse gab es auf den anderen Blumengroßmärkten. Bis auf Restbestände wurde alles verkauft.

Amaryllis gehört zu den Gewinnern im Weihnachtsgeschäft

Wie schon 2016 „gehörten Amaryllis zu den Gewinnern“, sagt Gert Hieber vom BGM Stuttgart – und trifft mit dieser Aussage die Ergebnisse der anderen BGM. „Vor allem die besseren Qualitäten liefen gut“, schließt Biller an. Hecker hebt „gewachste Amaryllis“ hervor, da der LEH da noch nicht eingestiegen sei. Allerdings „purzelten auch bei Amaryllis in den Tagen vor Heiligabend die Preise“, so Korbmacher.

Überhaupt, die Preise. Diese seien bei einigen Warengruppen „historisch niedrig“ gewesen, heißt es aus Köln, auf anderen BGM wurde gerade mal das Preisniveau des Vorjahres erreicht. So auch bei den Orchideen, einst ein Klassiker unter den Weihnachtsgeschenken. Sie waren „noch nie so günstig wie in diesem Jahr“ (Biller), „der Markt ist gesättigt“ (Kettermann), „die Nachfrage war nicht so stark wie sonst“ (Glück) – diese drei Aussagen fassen die Stimmung zusammen.

Umsätze bei Schnittblumen deutlich positiv

Deutlich positiv hingegen waren die Umsätze bei Schnittblumen in den Tagen vor Heiligabend. „Ganz besonders erfreulich waren die Ergebnisse der Anbieter von Fertigsträußen“, erklärt Hecker. Laut Wilk war auch das Geschäft mit Accessoires in dieser Weihnachtssaison gut: „Nach einem schwachen November meldete der Bedarfshandel für Dezember um bis zu 20 Prozent gestiegene Umsätze.“

Die komplette Umfrage zum Weihnachtsgeschäft der Blumengroßmärkte sowie die Einschätzungen der großen Vermarkter lesen Sie in den beiden kommenden Printausgaben der TASPO.