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„Wie Elisabeth II.: Vorbild, Patronin und Respektsperson“

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Mit Alice Meier-Bachmann hat ein wahres „Urgestein“ der Gartencenter-Branche vor wenigen Tagen im Alter von 103 Jahren das Zeitliche gesegnet. Die Unternehmerin hatte bis zu ihrem 99. Lebensjahr sechs Tage pro Woche im Garten-Center Meier in Dürnten mitgearbeitet. Wir sprachen mit ihrem Nachfolger Erwin Meier-Honegger über das Vermächtnis der Senior-Chefin und die Zukunft der Firma.

Welche Tipps und Tricks konnte Ihre Großmutter Ihnen mitgeben, die Sie für ihr tägliches Geschäft nutzen?

Ich vergleiche den Einfluss meiner Großmutter mit jenem von Elisabeth II für das Vereinte Königreich: Vorbild, Patronin und Respektsperson – in guten, sowie in schlechten Zeiten konnte man sich an ihr orientieren. Sie hielt Familie, Mitarbeitende und Kundschaft zusammen. Abteilungsleitende, Partner, Verwaltungsräte, etc. wechselten über die Jahre – Frau Meier sen. blieb und war Orientierung für all unser Tun. Diese Leitfigur gilt es nun zu substituieren.

Gibt es einen Bereich im Gartencenter, in dem Frau Meier-Bachmann auch heute noch spürbar ist?

Sie lebt weiter, in jener Persönlichkeit, welche ihre Rolle übernimmt. Die Königin ist tot; lange lebe die Königin...

Was ist aus Ihrer Sicht für ein erfolgreiches Familienunternehmen wichtiger: die Besinnung auf Traditionen oder die Offenheit für neue Dinge?

Tradition und Offenheit sind für mich nicht Oxymoron (kein Gegensatzpaar – Anm. d. Red.), sondern Pleonasmus (untrennbar – Anm. d. Red.). Ohne Offenheit für Neues – auf welcher Innovationskraft gründet – wäre keine Tradition entstanden. Ohne Tradition ist Offenheit orientierungslos.

Im kommenden Jahr steht das 125-jährige Jubiläum an. Was ist das Geheimrezept, um so lange und auch in Zukunft erfolgreich zu sein?

Es ist eine Mischung aus ganz viel Glück, einem großzügigen Schluck Leidenschaft und einer Prise Vernunft.

Welche Herausforderungen bringt der Markt von morgen für Gartencenter mit sich?

Jedes etablierte Gartencenter muss für sich einige einfache, jedoch tiefgreifende Fragen beantworten. Soll die Seele an eine Kooperation „verkauft“ werden? Soll die Seele vom Strategiewechsel zur Multiplikation gespalten werden? Ist Wohlstand ohne Wachstum möglich?