TASPO GartenMarkt

Wie gewinnt man die Generation Y für Grüne Berufe?

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Gebildet und intellektuell, marken- und finanzbewusst, auf der Suche nach Balance und Selbstverwirklichung: Nur einige Kriterien, die für die Generation Y wichtig sind. Für die Zukunft ist sie genau die richtige Zielgruppe für die Grüne Branche. Wie sich die Digital-Native-Generation für Grüne Berufe begeistern lässt, beantwortet Sarah Jürges, Brand Consultant aus Berlin, im Interview mit TASPO GartenMarkt.

Was zeichnet die Generation Y – zu der auch Sie gehören – aus?

Wir unterscheiden uns ganz grundsätzlich von anderen Generationen. Das Aufkommen des Internets während unserer Kindheit, sowie die Globalisierung und Technologisierung sind Einflüsse, die uns maßgeblich geprägt haben. Viele von uns hatten bereits die Möglichkeit, im Ausland zu studieren oder zu arbeiten und ein Leben ohne die sozialen Netzwerke ist für uns kaum noch vorstellbar.

Werte wie Optimismus, Nachhaltigkeit, Selbstverwirklichung, gleichzeitig aber auch Teamwork sind uns grundsätzlich wichtig und spielen auch bei der Wahl des Arbeitsplatzes eine große Rolle. So wünschen sich die Digital Natives von ihrem Arbeitgeber die Möglichkeit flexibel zum Beispiel im Home Office arbeiten zu können und auch das Thema Work-Life-Balance hat eine hohe Priorität. Arbeit und Privates werden nicht mehr streng voneinander getrennt, sondern dürfen auch bewusst miteinander verschmelzen.

Die Werte der Generation Y formen eine völlig neue Lebens- und Arbeitswelt. Worauf müssen sich auch Unternehmen einstellen?

Schon im Jahr 2020 werden die Hälfte aller Arbeitnehmer der Generation Y angehören, es ist also entscheidend, dass sich auch die Unternehmen der Grünen Branche auf diese Veränderungen einstellen. Die gute Nachricht lautet, dass der Wertekosmos der jungen Generation und die Grünen Berufe durchaus Überschneidungspunkte bieten. Diese gilt es zu identifizieren und für sich zu nutzen, um die naturverbundenen Jobs fernab von Großraumbüro bei der jungen Zielgruppe attraktiv darzustellen.

Wichtig ist jedoch, dass die Betriebe ihre eigenen Rahmenbedingungen an diesen neuen Wertekosmos der jungen Generation anpassen, um Talente zu finden und diese (vorübergehend) an sich zu binden. Das stellt die Grüne Branche vor eine neue Aufgabe, die lautet: sowohl die Grünen Berufe als auch die gesamte Grüne Branche auch nach außen hin attraktiv werden zu lassen.

Welche Vorgehensweise empfehlen Sie Betrieben der Grünen Branche, um junge Menschen anzusprechen?

Momentan liegt „Grün sein“ absolut im Trend. Alles grünt und die sozialen Netzwerke sind voll vom Jungalow-Style, Urban Gardening, grünen Influencern und Co. Meine Empfehlung lautet daher: Werden Sie gemeinsam aktiv in Form einer starken grünen Bewegung und tragen Sie so ein gemeinsames Bild nach außen.

Der Handlungsbedarf ist akut: Der Ausbildungsberuf des Gärtners ist stark rückläufig und über 30 Prozent der Ausbildungsverträge der Floristen werden noch vor Beendigung wieder aufgelöst. Die Generation Y ist grundsätzlich an grünen Themen interessiert, jedoch sind die Grünen Berufe, vor allem im Netz, für die jungen Menschen kaum auffindbar. Werden Sie daher aktiv und ergreifen Sie neuartige Maßnahmen, um die Sichtbarkeit zu erhöhen, bekannter zu werden und auch am Image zu arbeiten.

Der Zentralverband des Handwerks macht es mit seiner sehr gelungenen Image-Kampagne der letzten Jahre vor: Gekonnt wird das Handwerk verstärkt in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt und gleichzeitig ein zeitgemäßes und modernes Bild der Handwerksberufe vermittelt.

Für die Unternehmen ist es im Kampf um die besten Arbeitnehmer wichtig, eine starke Arbeitgebermarke aufzubauen: Die eigenen Vorzüge sollten stolz und offen kommuniziert werden und auch die bereits vorhandenen Mitarbeiter können als Botschafter dienen. Bitten Sie Ihre Mitarbeiter zum Beispiel auf dem Arbeitgeberbewertungsportal kununu Ihr Unternehmen anonym zu bewerten, sodass Interessierte bereits bei der Online-Suche ein realistisches Bild von Ihnen als Arbeitgeber bekommen.

Schlussendlich ist es wichtig, dass Sie sich als Arbeitgeber dem Wandel anpassen – mit all seinen Vorzügen und Herausforderungen.

Mehr zum Thema „Generation Y“ und wie sich diese jungen Konsumenten als Gartencenter-Kunden von morgen gewinnen lassen, lesen Sie im neuen TASPO GartenMarkt, der am 4. Mai erscheint.