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Zähes Ringen um das Blumenbüro Holland: Finanzierung scheint vorläufig gesichert

Weiterhin gibt es ein zähes Ringen um die niederländische Marketingorganisation Blumenbüro Holland (BBH). In der vergangenen Woche äußerte sich FloraHolland-Direktor Timo Huges zunächst skeptisch, weil der im vergangenen Jahr beschlossene Wechsel vom öffentlichen zum privaten Institut nur mühsam vorankomme. Inzwischen haben sich die Mitglieder des niederländischen Verbandes der Blumen-Großhändler (VGB) auf das neue Finanzierungsmodell geeinigt, das allerdings zunächst nur für das kommende Jahr gelten soll. FloraHolland will nach eigenen Angaben alles daransetzen, damit das Blumenbüro seine erfolgreiche Konsumenten-Werbung fortsetzen kann.

Das Blumenbüro soll seine erfolgreiche Konsumenten-Werbung fortsetzen können. BBH

BBH-Direktor Ivo Brautigam soll erleichtert reagiert haben, doch jetzt stehen noch die weiteren Beschlüsse des BBH-Vorstandes und der Direktion aus. Bekanntlich endet die Finanzierung des BBH durch die Productschap Tuinbouw Ende dieses Jahres. Ab 2013 soll sie sich dann über den Anteil der anliefernden FloraHolland-Gärtner und den der Händler finanzieren. Dabei soll der Handel 40 Prozent und die Produktion 60 Prozent beisteuern.

Über die Höhe der über die Versteigerung einzuziehenden Gebühren scheint jetzt eine Einigung erreicht. So haben die Mitglieder des VGB nach eigenen Angaben vergangenen Donnerstag beschlossen, sich doch noch mit einer einheitlichen Gebühr an der Finanzierung zu beteiligen. Bisher hatte der Handel eine nach Umsatz gestaffelte Gebühr zwischen 0,196 und 0,070 Prozent bezahlt. Diese Struktur wollte er auch im kommenden Jahr beibehalten, nicht dagegen die FloraHolland, die eine einheitliche Gebühr für alle Händler gefordert hatte. Jetzt haben die VGB-Mitglieder doch zugestimmt, eine für alle Händler einheitliche Gebühr von 0,133 Prozent als Inklusivpreis für alle Transaktionen an die Versteigerung abzuführen. Die Regelung gilt allerdings zunächst nur für ein Jahr. Die anliefernden Gärtner tragen ihre Gebühr von 0,2 Prozent für das BBH bei.

BBH-Direktor Brautigam hatte sich sehr enttäuscht über die Unstimmigkeiten zur Finanzierung geäußert. Die über Jahrzehnte aufgebaute Verbraucherwerbung gerate so in ernsthafte Gefahr, obwohl sich die beiden großen Parteien – Versteigerung und Großhandel – bereits 2011 verständigt hatten, die Finanzierung direkt zu übernehmen.

Nach Jos de Boer, Vorsitzender der Nieuwe Vrije Agrarische Federatie (NVAF), einem 2004 entstandenen Zusammenschluss kritischer Gärtner und Landwirte, sollte das BBH künftig lieber als rein kommerzieller Betrieb fortgeführt werden. Die FloraHolland habe die Marketingorganisation nur an sich gebunden, um ihre eigene Position zu stärken. Tatsächlich sollte aber das BBH unter Marktbedingungen arbeiten, damit seine Effektivität beweisen und von freiwillig beteiligten Betrieben finanziert werden. Größter Vorteil, so de Boer: Das jahrzehntelang kollektiv finanzierte BBH könnte an private Investoren verkauft werden, statt es gratis an FloraHolland abzugeben. (fri)