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Zierpflanzen: Beet- und Balkonware profitiert von Vorjahreshitze

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Der lange Hitzesommer des vergangenen Jahres hat auch auf dem Zierpflanzenmarkt seine Spuren hinterlassen. Während Beet- und Balkonware unter anderem durch hitzebedingt notwendige Ersatzpflanzungen beim Marktvolumen zulegen konnte, litten Schnittblumen den Marktdaten der AMI zufolge unter den Rekordtemperaturen.

Schnittblumen bleiben trotz Einbußen wichtigstes Marktsegment

Gleichzeitig aufblühende Sätze bei den Produzenten, Transportprobleme der hitzeempfindlichen Schnittblumen und ein dadurch bedingtes temporäres Überangebot – das sind laut den vom Zentralverband Gartenbau (ZVG) und seinen Fachverbänden Bundesverband Zierpflanzen (BVZ) und Bundesverband Einzelhandelsgärtner (BVE) in Auftrag gegebenen Marktdaten der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) die wesentlichen Auswirkungen des vergangenen Rekordsommers auf dieses Segment.

Das Marktvolumen von Rosen, Tulpen und Co. blieb demnach auch 2018 unter der Drei-Milliarden-Euro-Grenze, wobei Schnittblumen mit Pro-Kopf-Ausgaben von 35,50 Euro (minus 1,5 Prozent gegenüber 2017) nach wie vor das wichtigste Segment auf dem Zierpflanzenmarkt bleiben. Den leichten Rückgang bei den Pro-Kopf-Ausgaben erklärt die AMI mit einem aufgrund der Hitze auf andere Produktgruppen verlagerten Verbraucherfokus.

Rosen und Tulpen verlieren deutlich

Deutliche Einbußen verzeichneten den aktuellen Marktdaten zufolge insbesondere die „Platzhirsche“ unter den Schnittblumen. So verloren Rosen gegenüber dem Vorjahr sechs Prozent und sanken damit auf das Niveau von 2013, konnten mit einem Anteil von 41 Prozent an den Ausgaben aber dennoch ihren Spitzenplatz behaupten.

Auf Rang zwei folgen Tulpen, die im vergangenen Jahr knapp zwei Prozent am Gesamtmarkt einbüßten, sowie Chrysanthemen auf dem dritten Platz, die mit fast einem Prozent ihr moderates Wachstum fortsetzen konnten.

Chrysanthemen bauen Marktanteil im Beet- und Balkonbereich aus

Ebenfalls Platz drei belegen Chrysanthemen im Segment Beet- und Balkonpflanzen – hier konnten die beliebten Blühpflanzen ihren Marktanteil im vergangenen Jahr auf einen neuen Höchststand ausbauen. Spätsommerliche Nachpflanzungen als Ersatz für vertrocknete Frühjahrs- und Sommerpflanzen vermutet die AMI dabei als hauptsächlichen Markttreiber.

Den zweiten Platz bei den Beet- und Balkonpflanzen belegen Geranien, die gut einen Prozentpunkt am Marktvolumen verloren. Damit setzte sich der Negativtrend aus 2017 im vergangenen Jahr weiter fort, wobei 2018 vorrangig die rekordverdächtigen Temperaturen des Sommers verantwortlich für den Rückgang waren. „Den Verbrauchern schien nicht klar zu sein, dass gerade Geranien mit den Extremen des Jahres 2018 gut klargekommen wären“, kommentiert dazu die AMI.

Auf der Pole Position konnte sich im vergangenen Jahr die Sommerheide behaupten – mit minimalen Verbesserungen und einem Anteil von zwölf Prozent an den Gesamtausgaben. Letztere lagen den Marktdaten zufolge im Bereich Beet- und Balkonpflanzen 2018 bei insgesamt über 1,8 Milliarden Euro und umgerechnet knapp 22 Euro pro Kopf. Das B&B-Marktvolumen erhöhte sich damit um drei Prozent und konnte sogar das Ergebnis von 2014 übertreffen.

Insbesondere grüne Zimmerpflanzen gewinnen 2018

Im Aufwind waren 2018 zudem Zimmerpflanzen, die nach dem Rückgang 2017 wieder um zwei Prozent zulegen und damit ein Marktvolumen von 1,5 Milliarden Euro erreichen konnten. Große Gewinner in diesem Segment waren grüne Zimmerpflanzen mit einem Wachstum von sieben Prozent und einem Volumen von 0,45 Milliarden Euro. Blühende Zimmerpflanzen schwächelten dagegen leicht und verloren gegenüber 2017 ein halbes Prozent. Die Pro-Kopf-Ausgaben in diesem Bereich lagen im vergangenen Jahr laut AMI bei knapp über 18 Euro, zulegen konnten dabei insbesondere Grünpflanzen mit einem Plus von 5,50 Euro.

Die Top 3 bei den Zimmerpflanzen belegen Orchideen (35 Prozent Marktanteil), Poinsettien (zehn Prozent) und Topfrosen (neun Prozent).

Bundesbürger geben 2018 knapp 105 Euro für Blumen und Zierpflanzen aus

Über alle drei Segmente – Schnittblumen, Beet- und Balkonpflanzen, Zimmerpflanzen – hinweg, stieg das Marktvolumen 2018 um rund ein Prozent auf gut 8,7 Milliarden Euro zu Einzelhandelspreisen. Die Pro-Kopf-Ausgaben für Blumen und Zierpflanzen lagen nach Angaben der AMI im Schnitt bei knapp 105 Euro.