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Zierpflanzenbautag Südwest: Vortrag "Energiequelle Chefin" - Motivieren und fördern!

Ob Chef oder Chefin, ob Mitarbeiter oder Mitarbeiterin - selbst immer mal wieder Energie zu tanken, ist nach Meinung von Silvia May - Geschäftsführerin des Gartencenters Tropica-Raritätengärtnerei im hessischen Kriftel - eine entscheidende Voraussetzung, um die Herausforderungen des täglichen Berufslebens zu meistern. "Nehmen Sie sich Auszeiten, um Ihren Akku aufzuladen!" So lautete einer der Ratschläge der Krifteler Unternehmerin. Sechs Wochen Urlaub pro Jahr sollte sich eine gärtnerische Unternehmerfamilie durchaus leisten: "Das tut auch dem Betrieb gut, denn die besten Ideen kommen einem während des Urlaubs!" Außerhalb des Alltagtrotts und weit genug entfernt vom Betrieb könne man den Gedanken freien Raum lassen. "Auch unsere besten Entscheidungen sind auf Reisen und während des Urlaubs gefallen" - ergänzte Silvia May und sprach hierbei zugleich für ihren Mann Heiner. Mit ihm zusammen leitet sie das aus der Gärtnerei Kakteen May entstandene Unternehmen. Nur wer mit sich selbst zufrieden ist, stecke mit positiver Stimmung die Mitarbeiter und Kunden an. Ihr Rat an alle Kolleg(inn)en: "Lachen Sie häufiger, seien Sie locker, gehen Sie positiv gestimmt in den Tag!" Und: "So wie Sie auf Ihre Kunden und auf Ihre Mitarbeiter zugehen, so kommt es von den Leuten wieder zurück." Zugleich müsse ein guter Chef Ruhe ausstrahlen: "Je hektischer und unruhiger Sie sind, umso mehr Hektik verbreiten Sie in Ihrem Umfeld!" Niemand sollte sich nach Meinung von Silvia May gar zu wichtig nehmen: Natürlich seien der Chef und die Chefin die wichtigsten Personen im Unternehmen, weil sie die kaufmännischen Entscheidungen treffen. Aber wenn das Team gut aufgestellt und eingespielt ist, müsse die Führung nicht immer präsent sein. Dies setzt natürlich voraus, Verantwortungsbereiche an Mitarbeiter abzugeben und nicht bloß zu delegieren. Damit der "Motor des Betriebes" rund läuft, kommt es auf die Mannschaft - also Chef/in plus Mitarbeiter - an. Unternehmerin Silvia May setzt auf "gutes persönliches Arbeitsklima" und sieht dies als eine der Voraussetzungen für langfristige Personalbindung. Chef und Chefin müssten ihre "positive Energie" ins Team tragen, den Mitarbeitern quasi ein positives Beispiel geben: "Lächeln kostet nichts!" Lachen und kleine Scherze machen - dies könne durchaus auch im Beisein von Kunden geschehen: "Die sollen ja erkennen, dass bei uns ein freundschaftliches warmes Ambiente besteht" und die Chemie zwischen Chefetage und Mitarbeitern stimme. Gute Personalführung setze unter anderem voraus, die Ängste und Nöte der Mitarbeiter zu kennen. Wenn Mitarbeiter Probleme haben, sollten sich Chef oder Chefin gegebenenfalls auch persönlich für eine Lösung engagieren. Silvia May erwähnte hierzu das Beispiel einer jungen Mitarbeiterin, welche Probleme im Elternhaus hatte. Unter anderem mit Gesprächen im Jugendamt setzte sie sich persönlich ein, damit es zu einer befriedigenden Lösung kam. In diesem Zusammenhang bedauerte die Referentin, dass die zwischenmenschlichen Aspekte bei der Mitarbeiterführung in manchen Betrieben zu kurz kommen: "Ein Mitarbeiter ist immer so gut und motiviert, wie er sich fühlt!" Wie wichtig ein gutes Betriebsklima ist, habe sie jüngst wieder bei der Frage um die Verlängerung der Öffnungszeiten gesehen: "Wir haben damit kein Problem!" Die Mitarbeiter selbst hätten vorgeschlagen, wie sich dies mit einem Schichtdienst lösen lässt. Nach Meinung der Krifteler Unternehmerin wären verkaufsoffene Sonntage für Gartencenter nicht schlecht. Silvia May legt auch großen Wert darauf, dass die Mitarbeiter regelmäßig über Firmeninterna informiert werden und hierbei auch Zahlen zur wirtschaftlichen Situation des Unternehmens erfahren. Mitarbeitern immer mal wieder Weiterbildungsmaßnahmen anzubieten, wirke sich ebenfalls aufs Betriebsklima aus: "Jeder soll erkennen, wie wichtig seine/ihre Leistung für das Unternehmen ist!" Gelobt werde im Beisein anderer ("Man kann nie genug loben"), kritisiert dagegen generell hinter verschlossenen Türen. Ein Chef, der Mitarbeiter vor deren Kollegen "niedermacht", werfe auf sich selbst ein schlechtes Licht.

Breiter angelegte gemeinsame Mitarbeitergespräche sind in diesem Betrieb mehrmals pro Jahr: "Da diskutieren wir anhand von Beispielen, was positiv und negativ ist und war!"