Grüne Branche

100 Jahre Haber-Bosch-Verfahren: Daten zum Düngemittelabsatz

Genau 100 Jahre ist es her, als die Entdeckung der Ammoniaksynthese durch den Chemiker Fritz Haber sowie den Ingenieur Carl Bosch die Grundlage für eine sehr starke Produktivitätssteigerung in der Pflanzenproduktion schuf. 1913 war damit das Geburtsjahr der industriellen Herstellung von Stickstoffdüngern.

Entwicklung des Düngemittelmarktes in Deutschland, dargestellt in Millionen Tonnen und bezogen auf die Hauptnährstoffe. Grafik: IVA

Es war mit Hilfe dieses Verfahrens erstmals gelungen, Pflanzen mit direkt verwertbarem Stickstoff gezielt zu versorgen. In einem Beitrag seines Jahresberichts 2012/13 wies der Industrieverband Agrar auf das historische Ereignis hin, ebenso bei der Jahrespressekonferenz am 13. Mai in Frankfurt/Main. Im September 1913 war die erste Ammoniakanlage im Werk Oppau der BASF in Betrieb gegangen.

Mittlerweile wird seit vielen Jahren der größte Teil des weltweit produzierten Ammoniaks nach diesem Haber-Bosch-Verfahren hergestellt. Sehr hoch ist hierbei allerdings der Energiebedarf und immerhin etwa 1,4 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs entfällt auf die entsprechenden Anlagen zur Düngemittelerzeugung. Der weltweite Düngemittelverbrauch wird in den nächsten Jahrzehnten noch stark zunehmen, um die wachsende Weltbevölkerung bei etwa gleich bleibender Ackerfläche ernähren zu können.

Professor Dr. Hermann Kuhlmann – Vorsitzender des IVA-Fachbereichs Pflanzenernährung – bezifferte die zu erwartende Zunahme des Mineraldüngerverbrauchs bis zum Jahr 2050 auf 36 Prozent, ausgehend von 2007 als Basisjahr. Damit wachse der Bedarf an Rohstoffen, um Mineraldünger herzustellen. Es stelle sich die Frage, wie lange diese Rohstoffe reichen. Doch sei eine Verknappung mineralischer Nährstoffe in absehbarer Zeit nicht zu befürchten. (eh)

Erfahren Sie mehr über Düngemittelproduktion, Düngerabsatz und Urangehalte in Phosphatdüngern in der aktuellen TASPO Ausgabe 25/2013.