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150 Jahre Bäume in Kultur: Baumschule Ebben im niederländischen Cuijk feierte rundes Jubiläum

Mit über 350 Kunden und Gästen feierte die niederländische Baumschule Ebben Mitte Oktober ihr 150-jähriges Bestehen. Zum Jubiläum kamen die Gäste aus ganz Europa. Im fachlichen Teil gab es Vorträge in Niederländisch, Deutsch, Englisch und Französisch. Ort der Veranstaltung war der spektakuläre Neubau, das Ebben-Inspyrium mit unter anderem gut 1.400 Quadratmetern Dachgärten auf zwei Ebenen.

Auf zwei Ebenen befinden sich ganz unterschiedliche Dachgärten, ein Bürogarten und einer zum Naschen. Foto: Gabriele Friedrich

1862 gründete Johannes Hubertus Ebben die erste Baumschule vor Ort in Cuijk. 150 Jahre und vier Generationen später leiten Toon und Ruud Ebben die Baumschule. Joep und Hans Ebben leiten die drei Gartencenter, die Teil der Intratuin-Gruppe sind, sowie ein Gartenplanungsbüro. Die Baumschule umfasst jetzt 420 Hektar und beschäftigt fast 80 feste Mitarbeiter. Die Sortimente sind überwiegend Alleebäume, Stammbüsche, mehrstämmige Gehölze, Formgehölze und große Solitärsträucher. Schwerpunkt sind alle Anwendungsbereiche im Stadtgebiet, in Parklandschaften und Gärten.

„Wir werden zunehmend für außergewöhnliche Projekte hinzugezogen, bei denen gerade die Vielfalt der Bepflanzung die Identität und das Erleben bestimmt”, sagt Toon Ebben. Beispiele sind Zoologische Gärten, Vergnügungsparks, Krankenhäuser, Friedhöfe und ähnliches. „Mit einem großen Sortiment an Formgehölzen und Alleebäumen, frei wachsenden Parkbäumen und mehrstämmigen Gehölzen schaffen wir dort einen schönen Übergang vom urbanen hin zum natürlichen Umfeld.“

Das Ebben-Inspyrium ist ein Kompetenzzentrum für Kongresse, Seminare, Messen, Workshops und Feiern mit einer Veranstaltungshalle von gut 1.000 Quadratmetern, einem Auditorium für bis zu 200 Personen, einem Penthouse, das sich als Bar oder für Präsentationen in kleinerem Rahmen eignet. Das Ganze liegt auf einem 80.000 Quadratmeter großen Betriebsgelände mit 7.700 Quadratmeter großen Versandhallen für Produktion und Logistik.

Die Dachgärten sind einmal ein 200 Quadratmeter großer Bürogarten, dessen Ränder wurden als holländische Küstenlandschaft mit mehrstämmiger Schwarzbirke Betula nigra sowie Sanddorn und Strandhafer gestaltet. Im mittleren Teil mit Bänken und Tischen wurde formaler gestaltet mit japanischer Zelkove Zelkova serrata, mit Hainbuche Carpinus betulus mit Unterbepflanzung von Ziergräsern, Farnen und Stechginster Ulex.

Der „essbare Garten“ acht Meter über dem Boden bildet einen natürlichen Kontrast zur industriellen Ausstrahlung des Gebäudes. Es wurden große mehrstämmige Bäume gepflanzt zum Beispiel Juglans nigra und Castanea sativa. Des weiteren wurde der Obstgarten auf dem Dach mit Spalierbirnen und Spalieräpfeln, Halbstamm-Obstbäumen und besonderen Arten wie Diospyrus kaki, Cydonia oblonga und Poncirus trifoliata gestaltet. Die Unterpflanzung besteht aus Heidelbeeren, Walderdbeeren und einer großen Vielfalt an Kräutern. An den begrünten Wänden wachsen Himbeeren, Weintrauben, Brombeeren und Kiwis.

In den Fachvorträgen entführte Dietmar Munstermann von der Hochschule Osnabrück mit praktischen Beispielen in die wunderliche Welt der mehrstämmigen Gehölze. Klaus Körber von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim stellte das Projekt „Klimabäume 2025 – eine Pflanzaktion im Stutel“ vor. Dies ist eine Baumprüfung, wobei die Klima- und Stadttauglichkeit von 157 Arten und Sorten in drei bayerischen Städten getestet wird. (fri)